Whatsapp: Was der Status verrät
„Wie ist dein Tag, Schatz?“

„Zuletzt online heute um...“: Was sagt der Status bei Messengern, wie Whatsapp über den Menschen aus? Forscher meinen jetzt, nur dadurch ganze Tagesabläufe rekonstruieren zu können... ob der Nutzer das will?
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DüsseldorfMessenger wie Whatsapp verraten mehr über deren Nutzer als bisher bekannt gewesen ist. Das haben Informatiker der Hochschule Ulm und der Universität Ulm herausgefunden. 19 Whatsapp-Nutzer gaben den Forschern einen Monat lang Einblick in ihr Leben. Über die Whatsapp-Server überwachten die Informatiker mit einem selbst entwickelten Programm deren Online-Status.

Das war selbst dann möglich, wenn Nutzer in den Einstellungen angaben, dass niemand ihren Status einsehen dürfe. Nötig dafür war lediglich die Telefonnummer der Nutzer - und eine bekannte Sicherheitslücke auf dem Server, die die Forscher ausnutzten.

Bastian Könings, der an der Studie mitarbeitete, sagte Golem.de: „Das ist eigentlich weniger eine Sicherheitslücke denn ein gewolltes Feature. Whatsapp informiert auch in seinen Datenschutz-Richtlinien darüber, dass der Online-Status immer aktiv ist.“

Nutzer haben die Möglichkeit, diesen in den Einstellungen abzustellen, doch das Abstellen deaktiviert nur den Zuletzt-Online-Stempel. Könings: „Online ist aber immer sichtbar.“ Die Einstellung sei daher „irreführend, weil die meisten Nutzer denken, wenn sie das abstellen, dass auch der Online-Status weg ist.“

Datenschutzrechtlich sei das formal korrekt, weil die Nutzer darüber ausdrücklich informiert würden. Gleichwohl entspreche das nicht dem Datenschutzziel der Datensparsamkeit. Eigentlich, so meinte Köning, sollte der Online-Status nur den Nutzern bekannt sein, die im eigenen Adressbuch sind. Bei Google Mail ist etwa der Status so gestaltet, wobei Google bei der Einführung von Google Plus den Online-Status auch allen Google-Plus-Kontakten bereitstellte.

Der Online-Status verrät mehr als nur den reinen Online-Status: Aus den Daten konnten die Forscher den kompletten Tagesablauf eines Anwenders rekonstruieren. So konnten sie anhand des Zeitstempels feststellen, wann eine Person morgens aufsteht oder ob der Kommunikationsdienst zu unangemessenen Zeiten, etwa während der Arbeitszeit im Büro, genutzt wird.

Ein Partybesuch der studentischen Probanden konnte ebenfalls aus den Statusinformationen abgelesen werden, weil viele Teilnehmer bis drei Uhr in der Nacht aktiv waren.

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Wo bleibt die Überwachung?

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  • "In den Einwilligungserklärungen für die Nutzung der Daten weisen die Betreiber meist nur auf die Verwendung von Rohdaten oder statistischen Daten hin, nicht jedoch auf ein mögliches nachgelagertes Datamining zur Profilbildung."

    Wie naiv muß man sein, damit man glaubt, daß mit Roh- und statistischen Daten KEIN Data-Mining geschieht?

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