Wie Betrüger Rechner kapern

Vorsicht vor dem netten Herrn von Microsoft

Die Masche ist alt, aber immer noch wirksam: Ein Anrufer stellt sich als Microsoft-Mitarbeiter vor, spricht von einem Virus auf dem Computer des Angerufenen und bietet Hilfe an. In Wahrheit ist er ein Betrüger.
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Internet-Betrüger geben sich am Telefon mit Vorliebe als Microsoft-Techniker aus. Quelle: dpa
Hilfe, die keine ist

Internet-Betrüger geben sich am Telefon mit Vorliebe als Microsoft-Techniker aus.

(Foto: dpa)

Das Telefon klingelt. Der Anrufer stellt sich als Microsoft-Mitarbeiter vor, spricht von einem Virus auf dem Computer des Angerufenen und bietet an, die Schadsoftware zu entfernen. In Wahrheit handelt es sich um einen Betrüger.

Der falsche Microsoft-Mitarbeiter überredet sein Opfer als nächstes, eine Fernwartungssoftware aus dem Internet zu installieren. Danach hat der Kriminelle volle Kontrolle über den Rechner, kann sensible Daten abgreifen oder Schadsoftware wie Trojaner installieren.

Meist haben es die Betrüger auf Bank- und Kontodaten abgesehen. Manchmal wird der Computer aber auch gesperrt. „Die Entsperrung wird dann gegen eine Gebühr angeboten”, erklärt Hans Retter vom Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen.

Diese Passwörter sollten Sie schleunigst ändern
Schwache Passwörter
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Im Rahmen einer Studie zur Mehrfachnutzung von Passwörtern haben Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) rund eine Milliarde Nutzerkonten ausgewertet, die aus 31 veröffentlichten Datenlecks stammen und im Internet frei verfügbar sind. Das Ergebnis unterstreicht einmal mehr, dass schwache Passwörter nach wie vor eher die Regel als die Ausnahme sind.

Hacker lieben schwache Passwörter
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Wer sich bei Hackern beliebt machen möchte, wählt als Passwort die Zahlenfolge 123456 - laut der HPI-Studie weltweit das meistbenutzte Passwort in den untersuchten Daten-Leaks. Welche deutschen Passwörter besonders verbreitet sind, konnten die Forscher aus den rund 30 Millionen Nutzerkonten ermitteln, die als .de-Domain registriert sind.

Platz 10: ficken
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Männer wollen angeblich immer nur das eine - deutsche Internet-Nutzer offenbar auch, was die Beliebtheit dieses Passworts erklären mag.

Platz 9: hallo1
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Auch die Zahl am Ende macht aus diesem Passwort kein echtes Hindernis für Datendiebe.

Platz 8: schatz
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Ob die Nutzer bei diesem Passwort eher an den oder die Liebste(n) denken oder an prall gefüllte Schatzkammern, einbruchsicher ist dieses Passwort in jedem Fall nicht.

Platz 7: arschloch
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Auch die Genugtuung, den Hacker beim Diebstahl Ihrer Daten wenigstens noch beschimpft zu haben, sollte Sie nicht verleiten, ein derart schwaches Passwort zu wählen.

Platz 6: qwertz
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Einfach mal die Tastatur entlangtippen, ist auch keine gute Passwort-Idee.

Die Masche ist nicht neu, trotzdem kommen die Betrüger damit immer wieder an sensible Daten und Geld. Dabei sieht echter Service von Microsoft ganz anders aus. „ Microsoft ruft nie ungefragt Kunden an”, erklärt Unternehmenssprecherin Irene Nadler. Auch persönliche Daten würden nicht telefonisch abgefragt. Selbst wer Microsoft kontaktiert, bekomme meist zunächst erst eine Rückmeldung per Mail.

Nach diesem Prinzip verfahren auch andere Soft- und Hardwarefirmen. Trotzdem wirken die Betrüger oft sehr authentisch - und variieren ihre Strategie: Inzwischen kontaktieren die Betrüger die Kunden auch schriftlich oder per Mail. Ein Warnsignal: Sie sprechen bei den Anrufen hauptsächlich Englisch.

Auch wenn viele bei so einer Masche zuerst an Senioren denken mögen. Laut Microsoft ist der Betrug insbesondere bei Menschen zwischen 18 und 34 Jahren erfolgreich. Nach einer Untersuchung des Unternehmens liegt die Hälfte der Betroffenen in dieser Altersklasse.

„Solchen Anrufen sollte man grundsätzlich mit Skepsis begegnen”, rät deshalb Katharina Grasl von der Verbraucherzentrale Bayern. Wer merkt, dass es sich um einen betrügerischen Anruf handelt, sollte sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen und sofort auflegen: „Auf keinen Fall dürfen die Kunden telefonisch Daten preisgeben.”

Nutzer sollten ein gesundes Misstrauen entwickeln
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