Wikipedia gegen Brockhaus – schon 35000 Vorbestellungen
Kostenloses Online-Lexikon gibt es jetzt auf CD

Das gesamte Wissen von Anton bis Zylinder passte einmal zwischen die Deckel eines Buches. Heute reichen die Einträge von ABC-Ausrüstung bis zur japanischen Musikband Zyx. Sie stehen auf ungezählten Internetseiten des kostenlosen Weblexikons Wikipedia, dessen Einträge und und die Zahl der Leser seit Jahren exponentiell wachsen.

Inzwischen macht Wikipedia etablierten Anbietern von Online-Lexika wie Bertelsmann und Microsoft die Nutzer streitig.

Zu Beginn der neunziger Jahre fing alles an. „Eine Internet-Enzyklopädie? Das wäre doch eine gute Idee“, fragte ein Teilnehmer in einem Internet-Forum und löste eine lebhafte Diskussion aus. Ein Erfolg wurde es jedoch erst vor drei Jahren, als die US-Amerikaner Jimmy Wales und Larry Sanger das Lexikon so veränderten, dass jedermann neue Artikel hinzufügen konnte. Inzwischen gibt es Wikipedia in mehr als 100 Sprachen und Dialekten, darunter in Lateinisch und selbst in Plattdeutsch.

Auch der hochdeutsche Ableger rast von Rekord zu Rekord. Jeden Tag zählt die deutsche Internetseite mehr als 100 000 Besucher. So ist der 150 000. Eintrag ist nur noch eine Frage von Tagen. Die Konkurrenz liegt weit zurück. Die kostenlose Internetseite wissen.de von Bertelsmann kommt nur auf 20 000 Zugriffe, und das kostenpflichtige Online-Lexikon Microsoft Encarta hat nur ein Drittel der Beiträge. Die Marktführer Brockhaus und Microsoft sehen in dem Internetangebot von Wikipedia für ihre CD-Lexika – offiziell – noch keinen ernsthaften neuen Wettbewerber. Für Alexander Linden vom Marktforschungsinstitut IDC ist die Sache dagegen klar: „Unbedingt“ stelle Wikipedia eine Konkurrenz dar.

Besonders mit einer kostenlosen CD-Rom prescht Wikipedia nun in das Revier der kommerziellen Platzhirsche vor. Brockhaus Multimedia, das meistverkaufte CD-Lexikon bisher, ging in einem Jahr rund 100 000 Mal über die Ladentheke. Doch innerhalb eines Monats bestellten bereits mehr als 35 000 Interessenten eine kostenlose CD-Version von Wikipedia, berichtet Gertraud Götz vom Verlag Directmedia Publishing, der die CD herausgibt. Für eine kleine Schutzgebühr wurden weitere 10 000 Wikipedia-CD-Roms an den Buchhandel ausgeliefert. Der Verlag verdiene mit den Büchern nichts. „Wir verstehen das eher als Marketing“, erklärt Götz.

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