Wikipedia
Lexikon sucht Frau

Das Online-Lexikon Wikipedia ist ein Männerverein. Eine Frau will für mehr weibliche Beteiligung sorgen - und so für mehr Qualität. Helfen soll ein neuer Editor.
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BerlinFreies Wissen von allen, für alle? Zumindest eine Hälfte dieses Versprechens hält das Online-Lexikon Wikipedia nicht: Das Projekt ist ein Männerverein, nur wenige der vielen freiwilligen Mitarbeiter sind weiblich. Eine Frau will das ändern: Sue Gardner, Geschäftsführerin der Wikimedia-Stiftung in San Francisco, die den Kurs des nicht-kommerziellen Projektes bestimmt. Wikipedia soll weiblicher werden - und damit auch besser, hofft Gardner.

Es gehe nicht um politische Korrektheit, sondern um Qualität, betont die Kanadierin im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: „Wikipedia strebt danach, die Gesamtheit allen menschlichen Wissens zu sammeln. Und das können wir nicht, wenn unsere Autorenschaft aus einer kleinen Gruppe von Leuten besteht.“

Den typischen Wikipedianer gibt es nicht, doch einige Trends stechen heraus: Rund 60 Prozent haben einen Hochschulabschluss, wie die Wikimedia-Stiftung im April bei einer Befragung von 5300 aktiven Mitarbeitern herausgefunden hat. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) hat Programmierkenntnisse. Und vor allem: 91,5 Prozent sind Männer. „Es hat strategische Priorität, dieses Ungleichgewicht anzugehen“, schreibt die Stiftung in einem Bericht.

Nun ist es nicht so, dass sich riesige Lücken in der Wikipedia auftun. Die deutsche Version hat 1,3 Millionen Artikel und ist damit umfangreicher als der Brockhaus, die englische Version kommt gar auf 3,8 Millionen Texte. Kaum ein Thema, das nicht abgedeckt wäre.

Freie Betriebssysteme statt Schuhdesigner

Doch an den Details werden die Unterschiede deutlich. Neue Ego-Shooter, freie Betriebssysteme oder Regionalligisten aus der Fußballprovinz sind lang und breit beschrieben. Freundschaftsbänder und Schuhdesigner bekommen dagegen oft nur ein paar Absätze gewidmet. Hinzu kommt: Das Engagement in der Wissenssammlung lässt in vielen Sprachversionen nach, Neulinge verlieren schnell die Lust. Weiblicher Schwung kann da nicht schaden.

Eine Hürde tut sich gleich auf, wenn Nutzer auf „Bearbeiten“ klicken: Die Artikel sind in einer eigenen Syntax geschrieben, die viele ohne Informatik-Studium oder zumindest einen Sinn fürs Tüfteln abschreckt. Die treuen Stamm-Mitarbeiter kennen sich damit aus oder haben sich längst dran gewöhnt. „Die Forschung zeigt, dass Männer eher Technologie als Spaß empfinden und lernen“, sagt Sue Gardner. Aber auch ältere, weniger technikaffine Nutzer dürften Probleme haben.

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Kommentare zu " Wikipedia: Lexikon sucht Frau"

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  • Oha, das ist aber in hohem Maße diskriminierend! ;)

    Wann werden diese Feministinnen endlich verstehen dass eine Frauenquote völliger Blödsinn ist?
    Die Qualität hängt nicht vom Geschlecht, sondern vom Bildungsstand und der sozialen Kompetenz ab!

  • Der Satz wird Artikel näher erläutert:

    "Es gehe nicht um politische Korrektheit, sondern um Qualität, betont die Kanadierin im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: 'Wikipedia strebt danach, die Gesamtheit allen menschlichen Wissens zu sammeln. Und das können wir nicht, wenn unsere Autorenschaft aus einer kleinen Gruppe von Leuten besteht.'"

  • "Eine Frau will für mehr weibliche Beteiligung sorgen - und so für mehr Qualität."
    Ein dümmerer Satz ist Euch nicht eingefallen?
    Was Männer machen ist von geringer Qualität?
    Umgekehrt wäre das sicher diskriminierend, aber gegen Männer ist es recht?
    40 Jahre GutmenschInnen-Doktrin tun ihre Wirkung.

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