Wimax
Streit um neues Funknetz

Für viele Menschen in ländlichen Regionen Deutschlands ist das Funknetz Wimax die einzige Hoffnung auf einen schnellen Internetzugang. Doch mit der geplanten Frequenzvergabe werde eine flächendeckende Versorgung nicht erreicht, kritisieren Verbände.
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HB HAMBURG. Deutschland ist ein geteiltes Land: Während die Deutsche Telekom in zehn Städten eben ihr neues Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL gestartet hat, haben viele Menschen in den ländlichen Regionen noch nicht einmal einen schnellen Internetzugang. Mit Funknetzen sollen nun die letzten weißen Flecken erschlossen werden. Die Bundesnetzagentur will noch in diesem Jahr die Frequenzen für den so genannten Wimax-Funkstandard vergeben.

Doch über die Bedingungen, zu denen die Unternehmen die Frequenzen erwerben können, ist ein Streit entbrannt. Nach Ansicht von Kommunal- und Wirtschaftsverbänden wird es auf dem Land auch künftig keine schnellen Internetverbindungen geben, sollte die Bundesnetzagentur am geplanten Vergabeverfahren festhalten. Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag lehnen das Vorhaben ab und fordern Nachbesserungen.

Jeweils drei Frequenzen in den 16 Regionen

Kritik kommt auch von regionalen Telekommunikationsanbietern. "Das Ziel, die unerschlossenen Regionen flächendeckend mit Breitbandanschlüssen zu versorgen, wird mit dem Entwurf nicht erreicht", kritisiert Peter te Reh vom Deutschen Städtetag. Nach den bisherigen Plänen will die Bundesnetzagentur die Lizenzen versteigern. Für 16 Regionen stehen jeweils drei Frequenzen zum Verkauf. An die Lizenz ist die Pflicht zum Netzausbau gekoppelt: Bis 2009 müssen 15 Prozent einer Region abgedeckt sein, bis 2011 dann 25 Prozent.

Wimax (Worldwide Interoperability for Microwave Access) kann dort eingesetzt werden, wo das Verlegen von Kabeln nicht wirtschaftlich ist. Die Technik ermöglicht Übertragungsraten von bis zu fünf MBit pro Sekunde im Umkreis von bis zu zehn Kilometern. Wimax bedroht damit das Geschäftsmodell der Mobilfunkunternehmen, die mit dem UMTS-Standard drahtlose Internetverbindungen anbieten. Doch auch die Telekom muss sich fürchten: Das Funknetz macht ihre analogen Telefonanschlüsse überflüssig.

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