Wireless-Web
Das Web liegt in der Luft

Ein Konsortiums von US-Technologiekonzernen möchte die gesamte USA mit einem Funk-Netz versorgen und investiert Milliarden in dieses Projekt. Die beteiligten Unternehmen reagieren damit auf einen klar absehbaren Trend. Doch der Erfolg des Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet aus der Luft ist zweifelhaft.

DÜSSELDORF. Vielleicht wird bald jemand ein Buch über die Familiengeschichte der McCraws schreiben. Denn deren Historie ist eine Parallele zur Entwicklung der elektronischen Medien: John Elroy McCaw kaufte und verkaufte Radio- und TV-Stationen quer über die USA. Dann gehörte er in den 60er-Jahren zu den frühen Investoren des Kabel-TV-Geschäfts. Das hoch verschuldete Familien-Imperium aber fiel in sich zusammen.

McCaws Söhne schafften die Wende und wurden zum größten Kabelnetzbetreiber der USA. In den 80er-Jahren dann machten sie den nächsten Zukunftsmarkt aus: Mobiltelefonie. Sie verkauften das Kabelgeschäft, und McCaw Cellular wuchs zu einem der wichtigsten Handy-Netze Nordamerikas. 1994 verkauften sie die Firma für 12,6 Mrd. Dollar an AT&T.

Nun ist der Name McCaw wieder im Gespräch, wieder geht es um den Wandel der Medienwelt: Jetzt soll der Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet aus der Luft kommen. Und Craig McCaw, einer der Söhne von John Elroy, ist mit seinem Unternehmen Clearwire Teil eines Konsortiums, das die gesamte USA mit solch einem Funk-Netz auf Basis der Wimax-Technik versorgen will.

Ein buntes Geflecht aus IT-Unternehmen investiert 3,2 Mrd. Dollar in das Projekt: Der Mobilfunker Sprint Nextel wird sein eigenes Wimax-Geschäft einbringen und die Mehrheit am neuen Clearwire übernehmen; der Chiphersteller Intel und der Kabelkonzern Comcast, investieren je eine Mrd. Dollar; der Medienriese Time Warner gibt 550 Mill. Dollar, Google 500 Mill. und die regionale Kabelgesellschaft Bright House Networks 100 Mill. Analysten taxieren den Wert des gesamten Projektes inklusive Clearwire und späterer Investitionen auf 14,5 Mrd. Dollar. Die Zustimmung der Wettbewerbshüter steht allerdings noch aus.

Nur zwei Jahre soll es dauern, das Funknetz aufzubauen. Damit hätte es einen Vorsprung von mindestens zwei Jahren vor dem neuen Mobilfunkstandard 4G, der ebenfalls ein schnelles, drahtloses Surfen im Web ermöglichen soll.

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