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Wirtschaftskrimi um größten serbischen Mobilfunkanbieter Mobtel

Der Wirtschaftskrimi um die Privatisierung des größten serbischen Mobilfunkanbieters Mobtel hat alle Zutaten, die Spannung garantieren.

dpa BELGRAD. Der Wirtschaftskrimi um die Privatisierung des größten serbischen Mobilfunkanbieters Mobtel hat alle Zutaten, die Spannung garantieren.

In den Hauptrollen der serbische Geschäftsmann Bogoljub Karic, der seinen angeblichen Mehrheitsanteil ursprünglich nach Russland und jetzt nach Österreich verkauft hat. Die zweite Hauptrolle fällt dem serbischen Staat zu, der ebenfalls die Mehrheit besitzen will. Die Regierung liegt im Clinch mit Karic, der zu Zeiten des unumschränkt herrschenden früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic zu sagenhaftem Reichtum gekommen ist. Karic steigt aber unaufhaltsam zu einem der wichtigsten Politiker des Landes auf und war bei den letzten Präsidentenwahlen im Sommer schon Dritter.

Eine der Nebenrollen ist mit dem Finanzminister Mladjan Dinkic besetzt. Der will nach Medienberichten den Populisten Karic kräftig zur Kasse bitten, weil er sein Vermögen angeblich auf nicht ganz saubere Art und Weise erworben habe. Karic seinerseits hat als Eigentümer einflussreicher Medien zur Jagd auf die Regierung geblasen. Erst am Freitag hat der Selfmademan angekündigt, er werde im Parlament eine eigene Fraktion bilden, obwohl seine Partei doch keinen einzigen Abgeordneten in der Volksvertretung besitzt. Das böse Wort von gekauften Abgeordneten macht die Runde.

Die unklaren Besitzverhältnisse bei der Mobtel kann die österreichische Mobilkom aber nicht abschrecken. Sie geht davon aus, dass sie nach den Karic-Anteilen, die jetzt über Vermittler erworben wurden, schnell auch die restlichen Prozente von der serbischen Regierung übernehmen kann. Doch die hat am Freitag abgewinkt. Der Staatsanteil, wie hoch er am Ende auch immer sei, werde in einer internationalen Ausschreibung privatisiert. „Da haben wir ein Vorkaufsrecht“, sagen die Österreicher. Karic habe seinen Besitz an Mobtel gar nicht nach Österreich verkaufen dürfen, weil der Staat dem hätte zustimmen müssen, kontert die Regierung.

Offenbar überblickt kaum noch jemand die verworrene Gemengelage aus Eigentum, Geschichte und großer Politik. Nur eines ist klar: Der serbische Staat muss seinen Besitz in der heimischen Mobilfunkbranche so oder so teilprivatisieren. Schon hat die Europäische Union klar gemacht, dass der Staat nicht beide Anbieter beherrschen darf. Denn ihm gehört neben den unklaren Mobtel-Anteilen auch das Mobilfunknetz der rein staatlichen serbischen Telekom.

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