Wirtschaftskriminalität verursacht Milliarden-Schäden
Die größte Gefahr kommt aus dem Netz

In der deutschen Wirtschaft wächst die Sorge vor Internet-Attacken. Angriffe auf die IT-Sicherheit seien aktuell die größte Bedrohung – noch vor Industrie-Spionage, sonstiger Kriminalität und Terroranschlägen, so die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW). Die Schäden, die durch Wirtschaftskriminalität entstehen, sind dabei schon jetzt riesig.

HB BERLIN. Einer Befragung von Unternehmen und Sicherheitsdienstleistern zufolge erwarten 79 Prozent der Firmen wachsende Risiken durch Hacker-Übergriffe auf betriebliche Computernetze, 77 Prozent der Befragten fürchten Softwareviren aus dem Internet, teilte die ASW am Dienstag in Berlin mit. Sicherheitsexperten von Unternehmen rechnen daher mit steigenden Investitionen in die Datensicherheit.

Internet-Attacken zielten meist auf eine Störung betrieblicher Abläufe, sagte der ASW-Vorsitzende Thomas Menk in Berlin. Ein technisches „Herausziehen“ von Informationen in bedeutendem Ausmaß sei dagegen bisher nicht beobachtet worden.

Bei den Investitionen in Sicherheitstechnik rangierte die Biometrie noch vor dem Ausbau der IT-Sicherheit. Bis Ende 2009 wollen mehr als ein Drittel der Firmen in Syteme zur Zutrittskontrolle mit biometrischen Merkmalen wie Fingerabdrücken, Iriserkennung oder Ähnlichem investieren. Mehr als ein Fünftel will seine drahtlosen Funknetzwerke (LAN) in die Sicherheitstechnik einbinden. Insgesamt werden Ausgaben in Sicherheit in Höhe von 0,6 Prozent des Umsatzes geplant.

Zunehmende Globalisierung

Insgesamt bleibe die Gefährdungseinschätzung der Wirtschaft angesichts der zunehmenden Globalisierung hoch, da vor allem große Unternehmen auch in Märkten mit instabilen politischen Verhältnissen tätig seien. Eine akute Gefährdung im Inland durch islamistische Terroranschläge bestehe für die Mehrzahl der deutschen Unternehmen derzeit aber nicht.

Schäden durch Wirtschaftskriminalität vom Ladendiebstahl über Übergriffe auf Lastwagen mit teurer Ladung bis zur Korruption erreichen laut Experten jährlich Milliardenbeträge.

Unterstützung im Kampf gegen Spionage gefordert

Die deutsche Wirtschaft fordert von den Sicherheitsbehörden größere Unterstützung im Kampf gegen Spionage. Ausländische Nachrichtendienste konzentrierten mittlerweile die Hälfte ihrer Mittel auf Wirtschaftsaufklärung, sagte Menk. Deshalb müssten die Sicherheitskonzepte in Deutschland angepasst werden.

„Die wirtschaftliche Aufklärung gehört in einer Reihe von Ländern in Ost und West zum Ziel der Nachrichtendienste“, unterstrich Menk. Seit dem Ende des Kalten Krieges sei der Aufklärungsfokus von der Militärspionage auf die Wirtschaft verschoben worden. In Deutschland ist vor allem das Bundesamt für Verfassungsschutz für die Spionageabwehr zuständig. Menk kritisierte, die Kapazitäten der Sicherheitsbehörden entsprächen nicht dem veränderten Bedrohungsszenario.

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