Wirtschaftskrise überschattet Cebit
Schwarzenegger und Merkel eröffnen Cebit mit Duchhalteparolen

Die weltgrößte Computermesse Cebit ist in diesem Jahr schwer von der Wirtschaftskrise gezeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Jahr fehlt jeder vierte Aussteller, das Neuheiten- Programm ist dünner als in den vergangenen Jahren. Als Zugpferd soll Ex-Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger, der als Gouverneur des diesjährigen Cebit-Partners Kalifornien anreiste, etwas Glanz nach Hannover bringen.

dpa HANNOVER. Schwarzenegger rief zur offiziellen Cebit-Eröffnung am Montagabend die Hightech-Industrie dazu auf, die Krise als Chance zu nutzen. "Sieger schauen nach vorne", sagte der einstige Muskelmann, der sich mit seinen berühmten Sätzen aus dem Film "Terminator" verabschiedete: "I'll be back. Hasta la vista, Baby."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte eine gemeinsame Kraftanstrengung von Politik und Wirtschaft für die flächendeckende Versorgung mit schnellen Internet-Breitbandzugängen. Sie sagte zudem, Deutschland müsse sich in der Wirtschaftskrise auf seine Stärken besinnen.

Die Krise holte die Cebit schon zum Auftakt ein. Während sich der deutsche Branchenverband BITKOM in Hannover in Optimismus übte, sagte das US-Marktforschungsunternehmen Gartner für den PC-Markt den bisher schwersten Einbruch vorher. 2009 werde der Computer-Absatz um knapp zwölf Prozent auf auf 257 Mio. Geräte sinken.

Der BITKOM betonte zwar, die Hightech-Branche stehe insgesamt noch vergleichsweise gut da, doch auch hier brachten Umfragen Alarmsignale: Fast 60 Prozent der Unternehmen erwarteten Auswirkungen der Krise auf ihr Geschäft und fast zwei Drittel berichteten, dass Kunden IT-Projekte reduzieren oder stornieren wollen.

Solche Zurückhaltung in der schwersten globalen Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten ist auch ein Grund dafür, dass die Ausstellerzahl bei der Cebit um 25 Prozent auf 4300 Unternehmen eingebrochen ist und die Messefläche um ein Fünftel schrumpfte. Die Veranstalter verweisen darauf, dass vor allem kleine asiatische Hardware-Produzenten in diesem Jahr der Messe ferngeblieben seien. Allerdings haben unter anderem auch die Elektronik-Riesen Toshiba und Samsung in diesem Jahr keinen eigenen Stand auf der Cebit.

Der Branchenverband Bitkom stellte sich trotz aller Probleme demonstrativ hinter die Messe. "Die Cebit ist noch immer ein Davos der Industrie hier in Hannover", sagte der Präsident des Branchenverbands, August-Wilhelm Scheer. So wie der Schweizer Ort Davos für den Weltwirtschaftsgipfel stehe, sei die Cebit der Treffpunkt der weltweiten IT-Branche. "Wir sollten uns hüten, die größte IT-Messe, die wir hier in Deutschland haben, in der derzeitigen Wirtschaftssituation kleinzureden."

Nach Einschätzung von Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg ist die diesjährige Cebit die wichtigste in ihrer Geschichte. "Sie ist sicherlich auch eine besonders nachdenkliche Messe, denn die Euphorie der letzen Jahre ist gewichen."

Die Cebit ist für das Publikum von Dienstag bis Sonntag (3. bis 8. März) geöffnet.

Bei den Messe-Ankündigungen tat sich am Montag die Deutsche Telekom hervor, die nach jahrelangem Streit ihr ultra-schnelles VDSL- Internetnetz für Wettbewerber öffnen will. Die Konkurrenten sollen nach Vorstellungen der Telekom zunächst 30 Euro im Monat pro Anschluss zahlen. Die Preise sollen sinken, je mehr Kunden gewonnen werden. Der Deutschlandchef des Konkurrenten Vodafone, Friedrich Joussen, bestätigte in Hannover erste Gespräche mit der Telekom. Über den Preis müsse man aber noch einmal nachdenken, sagte er. Das VDSL-Netz auf Glasfaser-Basis bietet Übertragungs-Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit je Sekunde - das ist vielfach schneller als die heute gängigen DSL-Leitungen.

Microsoft kündigte erstmals ein Online-Software-Paket für Unternehmen auch für den deutschen Markt an. Von April an sei das Paket in 17 Ländern, darunter auch in Deutschland verfügbar, sagte Deutschlandchef Berg. Die Software wird für gemeinsames Arbeiten über das Internet als Service angeboten, sei aber im Aussehen und der Leistungsfähigkeit völlig identisch mit ihren stationären PC-Varianten.

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