Wissenschaft
Roboter zwischen Vision und Wirklichkeit

Roboter werden scheinbar immer selbstständiger. Sie erforschen den Mars, fahren alleine durch die Wüste oder spielen gegeneinander Fußball. Doch die Flexibilität, mit der die Maschinen Aufgaben lösen, ist begrenzt.

dpa SAARBRÜCKEN/OFFENBACH. „Ein Mars-Roboter kann auch nicht putzen“, sagt Wolfgang Wahlster, Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (Dfki) in Saarbrücken, „Roboter sind immer spezialisiert.“ Eine neue Umgebung, eine andere Aufgabenstellung, und der Roboter versagt.

Die uralte Vision des Menschen von intelligenten, sich selbst bewussten Robotern wird heute nur in Hollywoodfilmen wie „irobot“ oder „Terminator“ zur Realität. Die Ansprüche an Roboter-Intelligenz orientieren sich mittlerweile überwiegend am technisch Machbaren. Als intelligent bezeichnen Wissenschaftler Roboter, wenn sie auf Störungen wie ein Hindernis reagieren und einen Alternativplan entwickeln können. „Wir geben ihnen ein Ziel vor, ohne die Lösung zu verraten“, erklärt Wahlster. Meistert die Maschine das Problem, sei das in gewissem Maße intelligent.

Der erste selbstständig navigierende Roboter hieß Shakey. Er entstand zwischen 1966 und 1972 am Stanford Research Institut in Kalifornien (USA). „Ein Meilenstein bei der Konstruktion intelligenter Roboter“, sagt Wahlster. Rund drei Jahrzehnte nach Shakey präsentierte der japanische Konzern Honda den ersten zweibeinigen Lauf-Roboter P2. Sein Enkel Asimo (Advanced Step in Innovative Mobility) kann Rennen, Joggen und Treppensteigen. Zwar beherrscht er menschenähnliche Bewegungen, kann sich aber nur schwer ohne menschliche Hilfe orientieren. Entweder muss seine Software durch eine Umgebungskarte ergänzt oder von Menschenhand gesteuert werden.

Mit Wakamaru produziert der Konzern Mitsubishi den ersten Service-Roboter in Serie. Seit Dezember gibt es ihn auf dem japanischen Markt. Er erinnert an einen gelben Plastikschneemann mit beweglichen Armen und bewegt sich auf Rollen fort - was Treppen für den umgerechnet 7 300 Euro teuren Roboter zu einem unüberwindlichen Hindernis macht. Der Service-Roboter verfügt aber über einen Wortschatz von 10 000 Wörtern, soll bis zu zehn Gesichter wiedererkennen und bei Bedarf die Wohnung bewachen können. Auf Robo-Spielzeug setzt der japanische Elektronikkonzern Sony. Bekanntestes Beispiel: der Fußball spielende Roboter-Hund Aibo, der seit 1999 auf dem Markt ist.

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