Wissenschaft
„Wikifood“ soll Allergikern helfen

Mit einer für jedermann leicht zugänglichen Internet-Datenbank namens „Wikifood“ will eine unabhängige Luxemburger Initiative Allergiker europaweit über Zutaten von Lebensmitteln informieren.

dpa WIESBADEN. Mit einer für jedermann leicht zugänglichen Internet-Datenbank namens „Wikifood“ will eine unabhängige Luxemburger Initiative Allergiker europaweit über Zutaten von Lebensmitteln informieren.

Nahrungsmittel-Allergiker müssten für sie gefährliche Inhaltsstoffe meiden; auf vielen Produktverpackungen seien aber Hinweise auf Zusätze schwer zu erkennen, begründete Norbert Rösch vom Forschungsinstitut Centre de Recherche Publik Henri Tudor die Einrichtung der Datenbank. Er stellte das System am Freitag in Wiesbaden beim Kongress des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) vor.

Die Datenbank orientiert sich an der Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Sie soll von Freiwilligen mit Informationen gefüttert werden, die Zutatenlisten von Produktverpackungen abschreiben und in die Datenbank stellen. Dazu müssen sie sich anmelden. Alle Einträge und Änderungen werden dokumentiert und den jeweiligen Autoren zugeordnet. Die Organisatoren hoffen, dass auch Nahrungsmittel- Produzenten das Netzwerk nutzen und Informationen über ihre Produkte darin der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Rösch erklärte, das System solle Informationen von Betroffenen für Betroffene liefern. Die Datenbank erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jeder Benutzer sei für seinen Text verantwortlich. Bisher fehle ein unabhängiges und überregionales Portal, das von Herstellern und Betroffenen genutzt werden könne. Dank finanzieller Unterstützung des luxemburgischen Forschungsfonds könne das Projekt unabhängig von kommerziellen Interessen verwirklicht werden.

Allergien seine die Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts, erklärte das ÄDA-Vorstandsmitglied Prof. Wolfgang Schlenter bei dem Treffen. In Deutschland sei mittlerweile jeder Dritte von Allergien betroffen. Als Ursachen gelte der moderne westliche Lebensstil, der das Immunsystem wenig trainiere. Hinzu kämen Umweltbelastungen etwa mit Staub. Bei den Kindern im Alter bis zehn Jahren hätten 13 bis 24 Prozent Heuschnupfen, sieben bis zehn Prozent Asthma und sieben bis zwölf Prozent Neurodermitis, ergänzte ÄDA-Präsident Wolfgang Rebien. Um Allergien bei Kindern vorzubeugen, sollten Mütter nicht rauchen - auch nicht passiv - und die Kinder bis zum sechsten Monat stillen.

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