WLAN oft unverschlüsselt
PC-Feuerwehr schlägt Alarm

Sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich ist jedes vierte Funk-Netzwerk unverschlüsselt. Das hat die PC-Feuerwehr, nach eigenen Angaben Deutschlands ältester Computer Service, in einem bundesweiten Test herausgefunden.

HB HAMBURG. Die Zahl der drahtlosen PC-Netzwerke (WLAN) steigt stetig an. Sicher sind viele damit aber noch nicht. Der Test in 20 Städten bestätigt aber auch, dass die Anzahl der unsicheren kabellosen Netzwerke im Vergleich zum vergangenen Jahr gesunken ist. 2005 war jedes dritte Funk-Netzwerk nicht verschlüsselt. Die PC-Feuerwehr warnt, dass „Datenspione“ meist auf kriminelle Art die heimlichen Nutznießer dieser Netzwerke sind.

Der Computer Service hat für die Studie an seinen bundesweiten Standorten, darunter Hamburg, Berlin, München, Essen und Bremen, eine jeweils 40 Kilometer lange Strecke auf die Sicherheit der Funk-Netzwerke getestet. Im Schnitt wurden in den getesteten Städten jeweils 430 der so genannten Wireless LANs (WLAN) gefunden. Davon war im Durchschnitt fast jedes Vierte (27,9 Prozent) vollkommen ungesichert. 72,1 Prozent der Funknetzwerk-Nutzer setzte eine Datenverschlüsselung der Funkstrecke ein, um ihr Netz vor Datenspionen zu sichern, meist das Wireless-Encryption-Protokoll (WEP). Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war noch jedes dritte WLAN (35,5 Prozent) unverschlüsselt.

Die Experten der PC-Feuerwehr fanden in diesem Jahr die meisten unverschlüsselten WLANs in Kiel und Neumünster (43 Prozent). Hier ist fast die Hälfte der Funknetzwerke ungesichert. Es folgen die Region Rhein-Erft mit 31,1 Prozent sowie München und Hamburg mit jeweils 30,6 Prozent ungesicherter Funknetze. In Kiel und Neumünster ist die Anzahl der Studie zufolge gestiegen (2005: 34,9 Prozent), in Rhein-Erft gesunken (2005: 43,0 Prozent) und in Hamburg etwa gleich geblieben (29,9 Prozent). Im vergangenen Jahr war Bremen die Stadt mit den meisten unverschlüsselten WLANs, hier fand die PC-Feuerwehr 63,3 Prozent. In diesem Jahr konnten die Experten in Bremen nur 22,5 Prozent unsichere Funknetzwerke aufspüren. Am besten geschützt sind allerdings die Funknetze in Nürnberg: Hier haben nur 18,2 Prozent der User keine aktive Datenverschlüsselung installiert.

Anlass für das so genannte Wardriving (WLAN-Sicherheits-Test) der PC-Feuerwehr ist die aus ihrer täglichen Arbeit bekannte Leichtsinnigkeit der PC-Nutzer, erklärt das Unternhemen. Der Experten-Test beweise: Vielen Usern sei immer noch nicht klar, dass sogar Laien lediglich mit einem Laptop und einer handelsüblichen Netzwerkkarte in die unverschlüsselten Funknetzwerke mühelos eindringen können.

Nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg von Ende Juli (Aktenzeichen 308 O 407 / 06), das jetzt veröffentlicht wurde, hat ein ungesichertes WLAN weitere Folgen: Wer durch die Bereitstellung eines unverschlüsselten Funknetzes Dritten ermöglicht, den eigenen Internetzugang zu nutzen und dadurch Rechtsverletzungen zu begehen, kann für die entstehenden Schäden mithaftbar gemacht werden.

„WLANs sind eine sinnvolle Technik und bieten viel Flexibilität im Alltag, aber ungesichert eingesetzt stellen sie eine große Gefahr dar“, erklärt Michael Kittlitz, Geschäftsführer der PC-Feuerwehr. „Wenn zum Beispiel Krankenkassen, Rechtsanwälte oder Ärzte die ihnen anvertrauten Daten nur mangelhaft schützen, oder womöglich gar keine Sicherheitsvorkehrungen treffen, dann ist nicht nur dem Datenmissbrauch Tür und Tor geöffnet, sondern der Betreiber des WLANs kann zusätzlich haftbar gemacht werden.“

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