World Cyber Games
Virtuelle Wettkämpfe zu „Rock And Roll All Night“

In der Kölner Messehalle kämpfen 800 Spieler um Titelehren bei den World Cyber Games. Das weltweit größte Event im e-Sport, dem elektronischen Sport für Videospieler, fasziniert auch in diesem Jahr wieder tausende Besucher.

dpa KÖLN. „Was ist daran so schwer?“, schimpft einer der drei Schiedsrichter im grauen T-Shirt. In einer der Wettkampfzonen in der Kölner Messehalle acht hält es einen der e-Sport-Kicker nicht mehr auf seinem Stuhl. Der Anpfiff für die ersten „Fifa“-Wettkämpfe auf dem virtuellen Rasen steht unmittelbar bevor. Die besten e-Sportler der Welt kämpfen bei den diesjährigen World Cyber Games bis zum Sonntag um Titel sowie Geld- und Sachpreise im Wert von insgesamt 370 000 Euro.

Die World Cyber Games (WCG) sind das weltweit größte Event im e-Sport, dem elektronischen Sport für Videospieler. Sie werden jährlich ausgetragen, die ersten fanden im Jahr 2000 in Korea statt. Damals hatten rund 170 Spieler aus 17 Nationen teilgenommen. Nach Köln sind jetzt rund 800 Spieler aus 78 Nationen gekommen. Wettbewerbe in 14 Disziplinen werden ausgetragen.

Im Hintergrund dröhnt aus den Lautsprechern „Rock And Roll All Night“ von der legendären Rockband Kiss. Ein mutiger Besucher nimmt die Herausforderung im Musikspiel „Guitar Hero“ an. Was er auf der Gitarren-Nachbildung spielt, ist nicht zu hören. Ein Monitor zeigt an, welche Noten der Musiker vergeigt hat. Ein paar Meter weiter lautes Jubeln: Der deutsche Nationalspieler Nico „Nolimit32“ Schnell geht am Gitarren-Controller gegen Joao „JonnyGun“ Carvalho aus Portugal in Führung und siegt: „Hammer“, schwärmt Matthias aus Köln. „Das spiel ich auch, aber leider nicht so gut“, erzählt der Schüler.

Ruhe vor dem Sturm herrscht im Wettkampfbereich von „Project Gotham Racing“, einem der Konsolenspiele. Ausgestattet mit einem Gamepad und mit Kopfhörern abgeschirmt steuert Robin „n!SpEeDy“ Bornefeld seinen schwarzen Flitzer mit 220 Sachen über den Asphalt. Im Temporausch schlägt der virtuelle Tacho auf dem Monitor Purzelbäume. Zwei Plätze neben dem deutschen Nationalspieler schießt ein gelber Rennwagen bei Nacht durch animierte Hochhausschluchten.

Vor der Großleinwand im hinteren Teil der Halle füllen sich die Publikumsreihen. Eine Live-Übertragung steht an. Mit tosendem Beifall und gellenden Pfiffen wird Marc „yaws“ Förster auf der Hauptbühne empfangen: Der deutsche „WarCraft“-Spieler muss gegen den Favoriten aus Schweden, Kim „aTTaX.SaSe“ Hammar, ran. Die beiden Spieler nehmen in Kabinen auf der Hauptbühne Platz. Das Spiel beginnt. Die Gegner schenken sich nichts, bauen ihre Reihen auf, greifen an, ziehen sich wieder zurück. Dann gelingt „yaws“ der entscheidende Schlag. Die meisten Zuschauer sind außer sich vor Begeisterung - darunter auch Mikael, aus Schweden angereister e-Sport-Fan: „Dass er das geschafft hat...“.

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