World Cyber Games
Volle Hallen für die Cyber-Spieler

In Köln beginnen am Mittwoch die World Cyber Games, stilecht mit Eid und Einmarsch der Nationen. Rund 800 Computerspieler aus 78 Ländern kämpfen in der Messe nicht nur um die Ehre und Medaillen, sondern auch um Preise im Gesamtwert von fast 400 000 Euro.

ap FRANKFURT/MAIN. Computerspielfans auf der ganzen Welt blicken in dieser Woche nach Deutschland. Hier finden die World Cyber Games (WCG) statt, eines der weltweit wichtigsten Turniere für Computer- und Videospiele. Rund 800 Spieler aus 78 Ländern kämpfen in der Messe in Köln nicht nur um die Ehre und Medaillen, sondern auch um Preisgelder im Gesamtwert von 470 000 Dollar (370 000 Euro). Rund 30 000 Zuschauer werden zu dem bis zum Wochenende laufenden Turnier erwartet.

„Wir gehen davon aus, dass die Halle voll sein wird“, sagt Thomas von Treichel vom deutschen WCG-Ausrichter Advanced Cyber Entertainment, der auch die deutsche Nationalmannschaft betreut. Mit 40 Spielern ist die Mannschaft so groß wie nie zuvor und in diesem Jahr dank des Heimvorteils sogar noch größer als die Teams aus Südkorea und den USA, den traditionell stärksten Computerspielländern. Unterstützt wird die deutsche Mannschaft von 15 Betreuern, vom Psychologen und Physiotherapeuten bis hin zu Strategen, die alle Spiele und auch die Gegner analysieren.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten gibt es bei der Aufstellung der Nationalmannschaft der Computerspieler für die World Cyber Games keine Querelen. „Die Spieler werden nicht ausgewählt, sondern sie müssen sich mit Siegen in Turnieren qualifizieren“, erklärt von Treichel. Und an den Turnieren kann jeder deutsche Staatsbürger teilnehmen. Die 200 Besten wurden zum Deutschlandfinale Ende August auf die Games Convention nach Leipzig eingeladen, wo dann die 40 Spieler ermittelt wurden, die nun in Köln für Deutschland um die Medaillen kämpfen.

Im Oktober gab es dann noch ein dreitägiges Trainingslager, das aber „vor allem dem Teambuilding“ gedient habe, sagt von Treichel. „Dass die spielen können, wissen wir ja schon.“ Aber normalerweise seien sie Konkurrenten, die gegeneinander antreten. Jetzt gehe es darum, dass sie gemeinsam für Deutschland spielten.

Die Aussichten sind dabei gar nicht so schlecht. Deutschland liegt in der WCG-Rangliste hinter Südkorea und noch vor den USA auf Platz zwei. Fast schon traditionell gut aufgestellt sei Deutschland bei den Spielen „FIFA 08“, „Need for Speed“, „Command & Conquer 3“, erklärt von Treichel. Aber eine Prognose möchte er nicht wagen. Auch in diesem Jahr sei wieder „alles möglich“.

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