World Wide Web
Gerangel um Web-Adressen macht erfinderisch

Auf den ersten Blick scheint es wie ein Tippfehler. Statt mit dem bekannten Kürzel „www“ für das weltweite Computernetz „World Wide Web“ beginnen manche Internet-Adressen mit Konstruktionen wie „wwwwww“ oder „www1“.

dpa BERLIN. Bei anderen Netzpräsenzen ist es möglich, das ganze Adressfeld des Monitors mit einer „w“-Reihe zu füllen, und doch öffnet sich dieselbe Homepage. Dabei gilt es sonst als eherne Regel, dass schon ein einziger falscher Buchstabe den Weg auf die gewünschte Seite verwehrt. Das Gerangel um einprägsame Web-Adressen macht aber erfinderisch - technisch wird so mehr Spielraum geschaffen, ohne dass ein komplett neuer Name nötig wird. Denn aus dem Tausch von Internet-Adressen ist längst ein Geschäft geworden.

Die Menge der bereits vergebenen Varianten ist enorm: Allein mit der Endung „.de“ für Deutschland sind bei der Registrierungsstelle Denic mehr als zehn Mill. Adressbezeichnungen (Domains) vermerkt. Dabei gibt es jede nur ein Mal. Und die verbleibenden Möglichkeiten für viel versprechende Marken in der digitalen Welt werden nach und nach rar - es bleibt noch der Kauf bereits registrierter Namen. „Vor allem Unternehmen merken, dass Domains wichtige Marketinginstrumente sind“, sagt eine Sprecherin der Kölner Sedo Gmbh, einer Handelsbörse mit einem Sortiment von gut sechs Millionen Internet-Namen diverser Endungen von „.com“ für Firmen bis „.org“ für Organisationen.

Der Markt für Adressen entwickelt sich zusehends. Weltweit wurden im vergangenen Jahr nach Branchenschätzungen rund 72 Mill. Euro für den Handel mit Domains ausgegeben, etwa doppelt so viel wie 2005. Dabei lagen die Preise für die beliebte „.de“-Endung bei Sedo im Schnitt bei 1 280 Euro. Manchmal kommt der Zuschlag, bei dem zehn Prozent als Gebühr an die vermittelnde Plattform fällig werden, auch erst bei 40 000 Euro wie für die Adresse „ich.de“. Rund 7,5 Mill. Dollar kostete in den USA der Name „business.com“, hinter dem sich eine Suchmaschine verbirgt. Vermarktet werden indes auch „geparkte“ Domains, also fast leere Seiten wie die Adresse „zins.de“, die aber als Werbefläche für Links zu Internet-Angeboten eines bestimmten Themenfeldes dienen. Bei jedem Klick kassiert der Inhaber etwas mit.

Seite 1:

Gerangel um Web-Adressen macht erfinderisch

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%