Zahl betrügerischer E-Mails nimmt sprunghaft zu
Hacker gefährden das Online-Banking

Fridolin Neumann, der Chef der Sparkassen-Informatik, fürchtet um den guten Ruf des Homebankings. Kunden, die ihre Bankgeschäfte über den heimischen Computer abwickeln, geraten immer stärker in Gefahr, dass ihre Konten geplündert werden, weil sie unwissentlich Geheimnummern preisgeben.

FRANKFURT/LONDON. „Die betrügerischen Maßnahmen werden immer raffinierter und immer mehr verschleiert“, beobachtet Neumann. Er ist verantwortlich für die Informationstechnik (IT) von 237 Sparkassen – rund der Hälfte der öffentlich-rechtlichen Institute.

Hauptgrund für die Sorgen ist die sprunghaft steigende Zahl von Betrugsversuchen via E-Mail. Dabei werden Kunden über „phishing-mails“, wie sie im Jargon heißen, gebeten, eine neue Anwendung ihres Instituts zu nutzen. Tatsächlich landet der Kunde aber auf einer Kopie der Original-Seite. Auf der gefälschten Seite gibt der Nutzer Kontonummer und Geheimnummer (PIN) an; dann erhält er den Hinweis, die vorherige Sitzung sei nicht ordnungsgemäß abgeschlossen worden. Er solle den Vorgang durch Eingabe einer gültigen Transaktionsnummer (TAN) beenden. Danach wird das Opfer wieder auf die Original-Seite seines Instituts zurückgeführt. Mit den gestohlenen Daten sind die Betrüger dann in der Lage, Geld von dem betroffenen Konto abzuzweigen. Nach Expertenangaben stammen die Attacken vorwiegend aus Asien und Kanada, so dass mittels Kontonummer, PIN und TAN Geld vorzugsweise ins Ausland überwiesen wird. Über Schadenssummen ist bei deutschen Instituten aber keine Auskunft zu erhalten.

Diese Art der Computerkriminalität ist nicht neu, aber die Zahl der Betrugsversuche nimmt in jüngster Zeit dramatisch zu. „Nach unseren Informationen wurden vor einem Jahr circa 300 solcher Mails registriert, im März 2004 soll die Anzahl bereits auf rund 200 000 gestiegen sein“, sagt IT-Experte Neumann.

Einige britische Großbanken warnen zum Teil schon auf ihren Internet-Seiten vor „missbräuchlichen E-Mails“. Und eine Sprecherin des britischen Clearing-Verbandes Apcims räumt ein: „Das ist ein Problem.“ Seien die Versuche früher zum größten Teil dilettantisch gewesen, habe sich das Niveau zuletzt deutlich verbessert. Sprache und Design der Mails wirkten glaubhafter, auch die Zahl der Aussendungen pro Angriff steige.

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