Zahlen mit dem Mobiltelefon wird in Japan alltäglich
Nie mehr nach Kleingeld suchen

Der junge Kassierer im Lebensmittelladen am Tokioter Bahnhof reagiert sofort auf das Zauberwort "Suica".

HB TOKIO. Ein Knopfdruck auf der Kasse, und schon bezahlt die Kundin Wasser und Reisbällchen, indem sie das Portemonnaie mit der grün-silbernen Suica-Plastikkarte darin über ein kleines Lesegerät hält. Mit der gleichen Plastikkarte fährt sie Zug: Sie hält nur kurz die Geldbörse über die Schranken der Bahngesellschaft East Japan Railway. Automatisch wird der Betrag über elektromagnetische Signale innerhalb einer Zehntelsekunde abgebucht, die Schranken öffnen sich. Die lästige Kleingeldsuche hat ein Ende.

Das schnelle mobile Bezahlen mit kontaktlosen Chips wird in Japan alltäglich und dürfte in diesem Jahr mit der breiten Einbindung in Handys seinen Durchbruch feiern. Anders als Karten mit Magnetstreifen oder herkömmlichen Chips funktioniert eine solche Karte über eine Antenne auch ohne direkten Kontakt mit einem Lesegerät. Das beschleunigt den Bezahlvorgang.

Schon jetzt zahlen mehr als 13 Millionen Japaner mit Suica-Karten, auf die sie vorher Geld geladen haben, für die Bahn oder in Geschäften in Bahnhofsnähe. Im Raum Tokio ist eine Karte für alle Bahn - und Busanbieter geplant. Auf rund 20 Millionen Karten wird allein hier der Bedarf geschätzt. Weiter westlich, um die Städte Osaka und Kyoto, hat West Japan Railway mehr als zwei Millionen ähnliche Karten im Umlauf. Kaffeehausketten und die Lebensmittelkette am/pm setzen die Bezahlkarte Edy landesweit ein, die genauso funktioniert und bereits mehr als zehn Millionen Mal ausgegeben wurde. Meilen der Fluggesellschaft All Nippon Airways können die Kunden in Edy-Punkte umwandeln.

Die Grundlage für das kontaktlose Bezahlen in Japan liefert Sony. Felica nennt das Unternehmen die Technologie, zu der es weltweit zwei von Philips und Motorola genutzte Konkurrenztechnologien gibt. Mehr als 50 Millionen Felica-Karten sind in Japan im Umlauf. Hinzu kommen Anbieter in Hongkong, Singapur und Neu-Delhi - insgesamt sind es 80 Millionen Karten. In Asien werde Felica zum Standard, sagt Tetsuji Osamura, bei Sony Micro Systems Network für Planung und Vertrieb von Felica verantwortlich. Osamura hat derzeit gut lachen. "Ich muss niemanden mehr ansprechen. Die Kunden rennen mir die Türe ein", sagt er.

Seite 1:

Nie mehr nach Kleingeld suchen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%