Zahlen nicht in Geschäftsbericht aufgeführt
Börsenaufsicht fordert Dokumente von AOL

Der Internet-Anbieter soll mit günstigen oder sogar kostenlosen Massen-Abonnements seine Kundenzahlen geschönt haben.

HB NEW YORK. Die US-Börsenaufsicht SEC hat dem Internet-Zugangsanbieter America Online im Verdacht, Kundenzahlen geschönt zu haben. Unter Berufung auf informierte Kreise schreibt das „Wall Street Journal“, die Tochter des US-Medienkonzerns AOL Time Warner habe 2001 und 2002 mit Massen-Abonnements für US-Konzerne mindestens 830 000 Kunden gewonnen – viele davon nur auf dem Papier. Die Behörde habe deshalb interne Dokumente über Sonderkampagnen angefordert.

In einer Marketingkampagne habe AOL hunderttausende von Internet-Zugängen Großkunden sehr günstig oder gar umsonst eingeräumt. Diese haben die Zugänge ihren Arbeitnehmern für weniger als 10 $ statt der regulären 20 $ monatlich zur Verfügung gestellt. Es sei jedoch unklar, wie viele Mitarbeiter tatsächlich das Angebot angenommen hätten. So hat AOL die Zahl seiner Kunden möglicherweise künstlich aufgebläht.

AOL habe die Anzahl der Konten aus dieser Marketing-Aktion nicht gesondert in den Geschäftsberichten aufgeführt. Die Bereinigung der Kundendaten um die nicht aktivierten Zugänge habe zu einem hohen Rückgang der Kundenzahl um 1,2 auf 25,3 Millionen beigetragen, den der Konzern bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal ausgewiesen hatte. Die US-Behörden wollen nun die Bilanz von AOL Time Warner prüfen.

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