Zehn Jahre Entwicklungsarbeit
Software optimiert den Flugbetrieb

Endlich im Flieger, der Gurt ist festgezurrt, die Triebwerke sind eingeschaltet, das Flugzeug könnte die Parkposition verlassen – gäbe es nicht einen Rückstau auf der Startbahn.

DÜSSELDORF. Er wird verursacht durch eine Verspätung beim Check-in oder beim Beladen der Maschine. Stop-and-Go-Tempo ist für den Piloten angesagt, so lange, bis der Flieger die Startposition erreicht hat.

An einer Lösung, die es ermöglicht, dass der Flieger erst dann losfährt, wenn der Weg frei ist, arbeitete das Braunschweiger Softwareunternehmen Delair zehn Jahre. Seine Gründer sind ehemalige Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Sie haben ein Flugverkehrs-Management-System entwickelt, das seit März 2003 am Züricher Flughafen erfolgreich im Einsatz ist.

Das Prinzip der komplexen Software „Darts“ (departure and arrival management system) ist einfach: Auf dem Monitor im Tower werden die Abläufe auf dem Flugfeld und im Luftraum in Echtzeit dargestellt. Soll ein Flugzeug starten, wird auf das genaueste berechnet, wann es seine Standposition verlassen muss, um auf direkten Weg zur Startbahn zu gelangen. Erst wenn die Bahnen frei sind, setzt sich der Flieger in Bewegung. Gleiches gilt für Landungen: Der kürzeste Weg zur Parkposition wird sekundenschnell berechnet.

Kommt es zu Verzögerungen oder kurzfristigen Änderungen im Ablauf, verschieben sich die Parameter und die Software passt die Koordinaten der neuen Situation an. Was einfach klingt, ist ein Novum. Bislang wird der Flugverkehr auf großen Klemmbrettern mit Papierstreifen in der Zentrale der Flugsicherheit simuliert und die Abläufe manuell berechnet.

In Zürich ist man mit der Software aus Niedersachsen zufrieden. Durchschnittlich werden pro Stunde zwei Flugzeuge mehr abgefertigt, die Kapazitäten des Flughafens effektiver genutzt. Heinz Koch, Leiter der Flugsicherung sieht den Nutzen außerdem in der Entlastung der Mitarbeiter. „Die Controller können sich jetzt ganz auf den Verkehrsplan konzentrieren und sorgen so für zusätzliche Sicherheit.“

In Deutschland konnten die Braunschweiger für ihr Produkt lange Zeit keine Interessenten finden. Erst im Frühjahr wurde ein erster Vertrag mit Fraport unterschrieben. Ab Herbst 2006 soll Darts nun auch in Frankfurt die Kapazitäten des Flughafens steigern.

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