Zehn Jahre www.bundestag.de
„Erfolgsstory“ im Internet

„Wie groß ist der Bundeskanzler?“ oder „Wie groß ist die Fahne vor dem Bundestag?“ Auch solche Fragen trudeln bei den Machern der Internetseite des Deutschen Bundestages ein - und werden beantwortet.

dpa BERLIN. Seit zehn Jahren versucht www.bundestag.de für mehr Transparenz des Parlaments zu sorgen. „Was im Bundestag passiert, kann zeitnah und hautnah im Internet miterlebt werden“, sagt der Referent für Online-Dienste und Parlamentsfernsehen, Hans- Peter Neumann. Mehr als eine Million Nutzer besuchen nach seinen Angaben pro Monat die Website.

Begeistert äußert sich auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU): „Wenn ich mir die Entwicklung der letzten zehn Jahre anschaue, kann ich nur von einer Erfolgsstory sprechen.“ Als die damalige Parlamentspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) den Internet-Auftritt im Januar 1996 vorstellte, waren erst ein halbes Dutzend Abgeordnete und fünf Ministerien an das weltweite Datennetz angeschlossen.

Heute pflegen die Abgeordneten die Rubrik „Wissenswertes“ ihrer Biografien auf der Bundestags-Website selbst. Der Bereich mit Biografien, Bildern und Wahlkreisergebnissen der Volksvertreter wird am meisten genutzt, sagt Neumann. Auch bei Lammert und seinen Kollegen kommt das Online-Angebot gut an. „Das ist schon eine Quelle, aus der zu schöpfen sich immer lohnt“, sagt er.

Die 16 Mitarbeiter vom Referatsleiter bis zum Sachbearbeiter aktualisieren täglich mehrere Male die Pressemitteilungen, Plenarprotokolle und Tagesordnungen. Auch die rund 520 Stunden des Parlamentsfernsehens mit Bundestags-, öffentlichen Ausschussitzungen und Anhörungen pro Jahr werden live im Web-TV übertragen. „Das Internetangebot lebt von aktuellen Themen“, sagt Neumann. Das merkt er auch an den Nutzern.

Besonders zu Jahresbeginn tummelten sich auf Grund der Gesetzesänderungen neben Journalisten, Lehrern, Studenten und Professoren viele Rechtsanwälte und Steuerberater auf der Homepage. Während die Website 1997 rund 780 000 Nutzer registrierte, waren es im vergangenen Jahr etwa 9,7 Millionen. Sie verweilten dort im Durchschnitt zwanzig Minuten. „Bei Jugendlichen ist die Seite stark im Kommen“, beobachtete Neumann.

Wie der virtuelle Bundesadler, der durch die Fragen der Besucher dazulernt, hat sich auch die Homepage weiterentwickelt. In 2000 und 2004 änderte sich der Aufbau und das Erscheinungsbild grundlegend. Seit Januar 2005 wird der Inhalt von www.bundestag.de archiviert und seit September können Petitionen auch online eingereicht und in Foren kommentiert werden. „Die offenen Foren werden wahnsinnig stark angenommen“, sagt Neumann.

Marco Zingler vom Bundesverband Digitale Wirtschaft, der einigen Abgeordneten vor zehn Jahren Starthilfe in Sachen Internet gab, hält die Website für gelungen: „Mein Highlight ist die Online-Petition, mit der sich jeder Bürger direkt mit jedem Thema an den Bundestag wenden kann.“ Allerdings müsse man in der Lage sein, das Anliegen auf 1 000 Zeichen zu begrenzen. „Kein Tool für Querulanten, aber denen steht ja noch der Postweg frei“, sagt Zingler.

Nach Ansicht des Bundestagspräsidenten wird der Online-Auftritt immer wichtiger. „Wir versuchen, auf den Internet-Seiten die oft komplexen Strukturen parlamentarischer Arbeit nachvollziehbar zu vermitteln“, sagt Lammert. Das Urteil Zinglers fällt positiv aus. „Die Website erfüllt die Anforderungen, die man vernünftigerweise haben kann, in guter Weise: gute Bedienbarkeit, gute Inhaltstiefe und das Design so trocken wie die Materie und unsere Volksvertreter - passt also“, meint der Experte mit einem Augenzwinkern.

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