Zehnjähriges Jubiläum
Browser-Vater Mosaic feiert Geburtstag

An der Universität von Illinois erblickte vor einer Dekade ein Programm das Tageslicht, das es erstmals erlaubt Texte und Bilder einer HTML Seite auf dem Bildschirm darzustellen. Damit begann der Siegeszug des Internets.

hiz DÜSSELDORF. Die Welt des Internet besteht - heute für fast jeden selbstverständlich - aus Texten, Grafiken und vielen anderen Multimedia-Inhalten. Der Vater des World Wide Web, Tim Berners-Lee, hatte mit dem damals populären Viola-Browser (www.viola.org) zwar schon ein Programm zur Anzeige von Internet-Inhalten konzipiert, dieses Programm konnte Grafiken jedoch nur nach einem Maus-Klick durch den Anwender anzeigen.

Dann kam Mosaic, ein Softwareprojekt am NCSA (National Center for Supercomputing Applications) der Universität von Illinois. Unter der Leitung von Eric Bina und Marc Andressen begann 1992 die Entwicklung des Browsers. Im Folgejahr wurden kontinuierlich Beta-Versionen ins Netz gestellt und von der damals noch sehr akademischen Anwendergemeinde getestet. Bei der Entwicklung bediente sich das Team vieler Ideen anderer Softwarepakete. So wurden von Viola die Buttons für „Anfangsseite“, „Vorwärts“ und „Rückwarts“ nachempfunden. Die Lesezeichen oder Bookmarks wurden dagegen bei Lynx (ynx.browser.org) entleihen. 1993 wurde Mosaik dann zu einem Selbstläufer. Bis zu 10 000 Download pro Tag verhalfen ihm zu einer Verbreitung von zwei Millionen Kopien zum Jahresende.

1994 erwarb Microsoft für zwei Millionen Dollar eine Generallizenz von Spyglas, einer Firma, die von der Universität mit der kommerziellen Vermarktung des Programms beauftrag war. Das war die Grundlage des heute marktbeherrschenden Internet Explorers. Mit der Einführung von Windows 95 wurde der Kontrakt nochmals nachgebessert. Die Redmonder zahlten 98 Cents pro verteilter Kopie des Browsers.

Seine große Zeit hatte das Unternehmen Spyglas, als die mittlerweile in Netscape (www.netscape.com) umgetaufte Firma mit dem Navigator 10 Millionen Kopien pro Jahr verkaufte, und damit absoluter Marktführer war. Im Jahr 1996 war das Unternehmen Stolz auf seinen Marktanteil von 86 %. Die Strategie Microsofts, den Explorer zum Bestandteil des Betriebssystems zu machen, läutete allerdings das Ende der Netscape-Karriere ein. Die Reste wurden 1998 von Sun und AOL für 4,2 Milliarden Dollar aufgekauft.

Mosaic-Überreste sind heute allerdings nicht nur im Internet Explorer zu finden. Der Nachfolger heißt heute Mozilla (www.mozilla.org) und ist ein Open Source Projekt.

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