Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“
„Internet-Denkmal“ für Urheber der Rechtschreibreform

Die reformkritische Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“ hat am Dienstag ein „Internet-Denkmal“ für die Urheber der Rechtschreibreform eingerichtet.

dpa ERLANGEN. Zum 10. Geburtstag der Reform und der Einführung der neuen Fassung zum 1. August würdigte Chefredakteur Thomas Paulwitz die „historischen Leistungen der Reformer“ mit den Worten: „Möge ihr Werk nie vergessen werden und kommenden Generationen zur Mahnung gereichen.“

Bei dem Mahnmal handele es sich nicht um den „Grabstein der deutschen Rechtschreibung“, betonte Paulwitz am Dienstag: „Die deutsche Sprache wird sich von der Reform erholen. Schon jetzt bröckelt das Werk an allen Ecken und Enden. Wir werden schrittweise eine weitere Rückkehr zu den bewährten Schreibweisen erleben.“

Auf der „Ehrentafel“, die laufend ergänzt werden soll, präsentiert die in Erlangen erscheinende Zeitschrift charakteristische Zitate der Hauptverantwortlichen der Reform. Der Vorsitzende der Rechtschreibkommission, Gerhard Augst, wird mit dem Satz zitiert: „Die neuen Schreibungen und Regeln lösen gerade bei manchen Schreibkönnern Unbehagen und emotionale Abwehr aus.“

Den Vorsitzenden des Ende 2004 eingerichteten Rechtschreibrates, Hans Zehetmair, konfrontiert Paulwitz mit der Frage, ob er sein Engagement für die Rechtschreibreform bereue: Er habe sich „aus Fürsorge um die deutsche Sprache geopfert“, antwortete der frühere bayerische Wissenschaftsminister in der Tageszeitung „Die Welt“ (28. Juli).

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