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Zeitung: Time Warner und Comcast kaufen Kabel-TV-Firma Adelphia

Im Milliardenpoker um die fünftgrößte amerikanische Kabel-TV-Firma Adelphia ist der Bieterverbund aus Time Warner und Comcast einem Zeitungsbericht zufolge dem Zuschlag näher gekommen.

dpa NEW YORK. Im Milliardenpoker um die fünftgrößte amerikanische Kabel-TV-Firma Adelphia ist der Bieterverbund aus Time Warner und Comcast einem Zeitungsbericht zufolge dem Zuschlag näher gekommen.

Der weltgrößte Medienkonzern und der führende amerikanische Kabelfernseh-Betreiber hätten eine vorläufige Vereinbarung zum Kauf von Adelphia für fast 18 Mrd. Dollar (14 Mrd Euro) erzielt, berichtete die „New York Times“ am Freitag. Der Konkurrent Cablevision Systems habe kürzlich 16,5 Mrd. Dollar in bar für Adelphia geboten, doch das Unternehmen bevorzuge das konkretere und höhere Angebot von Time Warner und Comcast.

Adelphia befindet sich seit 2002 in einem Insolvenzverfahren, nachdem die Gründerfamilie die Kassen um Milliardenbeträge geplündert hatte. Firmengründer John Rigas und sein Sohn Timothy sind inzwischen für schuldig befunden worden und warten auf die Verurteilung. In dem Verfahren konnten sich die Geschworenen nicht auf einen Schuldspruch für den zweiten Sohn Michael Rigas einigen.

Im Rahmen der Vereinbarung würden Time Warner und Comcast den Adelphia-Anleihebesitzern nach Darstellung der Zeitung rund 13,5 Mrd. Dollar in bar und etwa 4,5 Mrd. Dollar in Bezugsrechten für die Aktien eines neuen Unternehmens zahlen. Die neue Gesellschaft soll nach Angaben der Zeitung durch die Zusammenlegung des Time-Warner-Kabelgeschäfts mit Adelphia entstehen. Adelphia hat rund 5,3 Millionen Kunden, und ist in 31 US- Bundesstaaten vertreten, vor allem aber im rasch wachsenden Großraum von Los Angeles sowie in Teilen des Bundesstaates New York. Time Warner hat 10,9 Mill. Kabelfernsehkunden und ist damit die Nummer zwei im US-Markt.

Comcast würde zwei Mrd. Dollar zur Transaktion beisteuern und würde seine 21-prozentige Beteiligung an dem Time-Warner- Kabelgeschäft gegen etwa zwei Mill. Adelphia-Kunden eintauschen. Time Warner würde etwa drei Mrd. Dollar in bar aufwenden und etwa acht Mrd. Dollar Kredite aufnehmen, die durch das zusammengelegte Geschäft gesichert werden sollen. Die Firmen nahmen keine Stellung.

Time Warner würde seine Kundenzahl auf etwa 14 Mill. erhöhen und hätte dadurch mehr Schlagkraft beim Einkauf von Sendungen und bei Vereinbarungen mit Werbekunden.

Vertreter von Adelphia, Time Warner und Comcast sowie der Adelphia-Gläubiger hatten sich nach Informationen der Zeitung mit dem zuständigen Insolvenzrichter getroffen. Dieser muss die Transaktion erst genehmigen. Das gilt auch für die wichtigsten Adelphia- Gläubigergruppen, die jeweils erst mehrheitlich grünes Licht geben müssen.

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