Zu Hause und unterwegs nur ein Gerät
Frontalangriff auf das Festnetz

Die Mobilfunkgesellschaften setzen ihren Frontalangriff auf das Festnetz fort: O2 bietet ab Mitte April die erste mobile Surfstation für zu Hause an. Kunden sollen ihren traditionellen Telefonanschluss kündigen und über das Mobilfunknetz im Internet surfen - zu Preisen, wie sie im Festnetz üblich sind.

slo HANNOVER. Das Produkt sei jetzt "massenmarktfähig", sagte O2-Marketing-Chef Lutz Schüler gestern auf der Technologiemesse Cebit. Den Web-Anschluss per Funk hatte er vor einem Jahr schon einmal vorgestellt.

In eine ähnliche Richtung geht der größere Konkurrent E-Plus, der gestern in Hannover eine Kooperation mit dem Internetzugangsanbieter Freenet ankündigte. Gemeinsam wollen die Unternehmen ein Telefon vermarkten, das man zu Hause für Festnetzgespräche über das Internet - im Branchenjargon "Voice over Internet Protocol" genannt - genauso nutzen kann wie unterwegs für mobile Telefonate.

Der Mobilfunkkonzern Vodafone stellt heute auf der Cebit zudem ein Produkt vor, das die Handy-Nutzung zu Hause günstiger machen soll: eine Pauschale für 1000 Telefonminuten, die nur in der Wohnung und in der direkten Umgebung abtelefoniert werden können.

Mit solchen Angeboten wollen die Mobilfunknetzbetreiber vor allem eines: zusätzliche Einnahmen. Jetzt, da mehr als 70 Millionen Deutsche ein Handy besitzen, müssen die Betreiber das über eine intensivere Nutzung erreichen. Das Mobiltelefon soll daher das Festnetztelefon ersetzen und am besten gleichzeitig auch den leitungsgebundenen Internetanschluss. Möglich wird das durch niedrige Handy-Tarife, die sich den Preisen im Festnetz annähern, und neue Funktechniken wie UMTS und WLAN, die schnelle Datenübertragung auch durch die Luft ermöglichen.

So können O2-Kunden künftig mit der sechsfachen ISDN-Geschwindigkeit im Internet surfen. Das ist aber deutlich langsamer beispielsweise via DSL im Festnetz. Daher beschränkt O2 seine Zielgruppe auf Nutzer, die derzeit noch einen analogen oder einen ISDN-Anschluss haben.

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