Zukunftsatlas Internet
Corporate Blogging – Zukunft der Online-PR?

Trend, Hype, eine weitere Blase der New Economy, oder doch eine Revolution in der Online-PR? Über den Nutzen von Weblogs in der Unternehmenskommunikation wird in jüngster Zeit viel diskutiert.

DARMSTADT. Durch die im Mai 2005 veröffentlichte Proximity-Studie zum Einsatz von Weblogs ist das Thema aktueller als je zuvor. 54 Prozent der deutschen Internet-Nutzer informieren sich in Weblogs über Produkte und bilden sich daraus ihre Meinung. Zeit für Unternehmen, sich mit dem Thema "Corporate Blogging" auseinanderzusetzen.

Langsam wachsendes Interesse

"Wir haben momentan alle das Thema auf der Agenda und überlegen, wie wir es verwenden können", erklärt PR-Berater Klaus Eck. Die Erwartungen an Weblogs sind hoch. Dennoch: Deutschland zögert und hat das Thema noch nicht konsequent in Angriff genommen. Derzeit nutzt lediglich eine etwa zweistellige Zahl deutscher Unternehmen die Möglichkeiten von Weblogs - meist zur internen Kommunikation und zum Wissensmanagement. Eck attestiert allerdings ein verstärktes Interesse an diesem Topic: "Ich sehe es an den eintreffenden Anfragen seitens der Unternehmen und auch an der zunehmenden Anzahl von Blogs."

In anderen Ländern spielt Corporate Blogging bereits eine wichtige Rolle. In den Vereinigten Staaten richten sich CEOs von Firmen wie Sun oder General Motors regelmäßig per Weblog an ihre Kunden. Blogging ist aber kein reines Übersee-Phänomen. Die niederländische IT-Firma Macaw beispielsweise hat alle ihre Mitarbeiter mit einem Zugang zum internen Weblog ausgestattet - 90 Prozent der Angestellten diskutieren bereits auf dieser Plattform über Problemlösungen.

Entwicklungshürden in Deutschland

Woran liegt es dann, dass sich in deutschen Unternehmen Weblogs noch nicht durchgesetzt haben? Der schwedische PR-Blog-Experte Fredrik Wacka sieht einen Grund in der Kommunikations-Tradition der verschiedenen Länder: "Manche Kulturen sind einfach rhetorischer veranlagt - Frankreich mehr als Deutschland, Amerika mehr als Schweden." Außerdem behindern laut Wacka die klar geordneten Machtverhältnisse der Firmen eine umfassende Nutzung der neuen Kommunikationsmöglichkeit, da im Business Blogging "Hierarchien in Frage gestellt werden".

Trotzdem: Deutschland ist kein Entwicklungsland, sondern hält "mit den meisten Ländern wie Schweden und Dänemark Schritt", wie Wacka findet. Corporate Blogging steckt ohnehin noch in den Kinderschuhen - und das weltweit. Nur etwa vier Prozent der über 50 Millionen Weblogs werden von Unternehmen geführt. Doch das Interesse an den vielfältigen Möglichkeiten wächst täglich. Dazu Wacka: "Wir sind noch in der ersten Anwendungsphase dieses Tools und befinden uns in der Mitte einer Anpassungswelle. Dass Deutschland und Skandinavien aber jemals in dem Ausmaß bloggen werden, wie es in Amerika der Fall ist, bezweifele ich."

Verzögernd wirkt auch die schleppende Verbreitung des Themas in deutschen Medien. In Amerika dagegen werden Weblogs bereits seit dem Frühstadium in diversen Publikationen behandelt. Dementsprechend groß sind das Fachwissen und das Interesse an der neuen Kommunikationsform, sowie die damit verknüpften Erfolge.

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