Zum EU-weiten „Safer Internet Day“
Chat-Software soll jüngste Internetsurfer schützen

Ein neues kindgerechtes Chat-Programm soll vor Belästigungen im Internet schützen. Microsoft kündigte jetzt einen sogenannten Messenger an, der sich speziell an Acht- bis Zwölfjährige richtet. Hintergrund: Acht Prozent der deutschen Kinder, die durchs Internet surfen, sind nach eigenen Angaben schon einmal auf Seiten mit brutalen, pornografischen oder rechtsextremen Inhalten gelandet.

HB MAINZ/BERLIN. Die Software befindet sich noch in der Testphase. Von März an soll sie im Internet unter www.kinder-messenger.de kostenlos zur Verfügung stehen. Die Registrierung für den "Windows Live Messenger für Kids" funktioniert nach Angaben von Microsoft nur mit dem Einverständnis der Eltern. So sei "eine Kontrolle über das persönliche Profil und die Kontaktliste des jungen Nutzers automatisch gegeben". Sollte ein Chat problematisch werden, führt eine integrierte Schnittstelle direkt zu einer Beratungshotline der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Firma verspricht zudem eine vereinfachte Handhabung der Software sowie kindgerechte Spiele- und Surftipps statt der üblichen Werbung.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) rief derweil zu einem vorsichtigen Umgang mit Daten im Internet auf. "Die Verbraucher müssen genau darauf achten, an wen sie ihre E-Mail-Adresse weitergeben oder ob sie bei Gewinnspielen in die Weitergabe ihrer persönlichen Daten einwilligen", sagte sie anlässlich des EU- Aktionstages.

Acht Prozent der deutschen Kinder, die durchs Internet surfen, sind nach eigenen Angaben schon einmal auf Seiten mit brutalen, pornografischen oder rechtsextremen Inhalten gelandet. Laut einer Umfrage im Auftrag des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) berichteten außerdem sieben Prozent der Eltern junger Internetnutzer, ihr Nachwuchs sei schon einmal - oft unabsichtlich - auf solche problematischen Seiten gestoßen. Insgesamt haben gut drei Viertel aller Kinder Erfahrungen mit dem weltweiten Datennetz, teilte der mpfs am Dienstag in Mainz mit. Für die KIM-Studie 2008 waren von Mai bis Juli vergangenen Jahres etwa 1 200 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sowie ihre Erziehungsberechtigten befragt worden.

Vor allem für Jungen sind demnach Computer- und Konsolenspiele wichtig. Mehr als ein Viertel von ihnen spielt mehr als eine Stunde am Tag. Dabei wird die Alterskennzeichnung zur Gewährleistung des Jugendschutzes nicht selten unterlaufen: "Etwa jeder dritte Spieler hat schon Erfahrungen mit Spielen gesammelt, die nicht für sein Alter freigegeben waren", heißt es in der Studie.

Die KIM-Studie wird seit 1999 als Langzeituntersuchung zum Medienumgang von Kindern erstellt. Die aktuellen Ergebnisse wurden am Dienstag in Mainz anlässlich des von der EU ins Leben gerufenen "Safer Internet Day" präsentiert, mit dem das Internet für Kinder und Jugendliche sicherer gemacht werden soll.

Jugendliche stellen viel Persönliches ins Netz

Inzwischen ist fast jeder Vierte (23 Prozent) mit persönlichen Informationen im Netz vertreten, wie eine Umfrage des Instituts Forsa für den Hightech-Verband Bitkom ergab, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Vor einem Jahr seien es nur 18 Prozent gewesen.

Unter den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar zwei Drittel, die Persönliches von sich preisgeben, während nur zwei Prozent der über 60-Jährigen solche Informationen ins Netz stellen. Besonders beliebt sind dem Branchenverband zufolge Steckbriefe in Online- Netzwerken. Etwa jeder Sechste mache bei solchen Gruppen mit. Forsa befragte Ende Januar und Anfang Februar rund 1 000 Bundesbürger.

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