Zur Zeit mehr Marketing als echte Anwendungen
Nischenprodukt RFID

Erst eine durchgängige Standardisierung wird RFID wirklich in den Markt tragen. Zurzeit sind es die Nischenanwendungen, für die die elektronische Kennzeichnung direkte Vorteile bringt.

hiz DÜSSELDORF. RFID ist in aller Munde, eine Studie zeigt jedoch, dass es sich mehr um Marketingaussagen als um konkrete Projekte handelt. Der Einsatz von elektronischen Kennzeichnungssystemen ist von der Beratungsgesellschaft Booz Allen Hamilton in Zusammenarbeit mit Universität St. Gallen für die Logistik- und Automobilbranche untersucht worden. Dabei kamen die Experten zu dem ernüchternden Resultat: „Für Unternehmen sind Investitionen in RFID immer noch riskant. Ein positiver Return on Investment existiert heute hauptsächlich für Nischenanwendungen.“ Für die Studie wurden weltweit 30 führenden Großunternehmen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz, Großbritannien und den USA befragt. Hierbei standen sowohl Transport- und Logistikanbieter als auch Anwender der Automobilindustrie im Vordergrund.

Unter Radio Frequency Identification (RFID) versteht man die elektronische Kennzeichnung von Produkten mittels kleiner Chips, die berührungslos ausgelesen werden können. Bei der Untersuchung schätzten 83 % der Befragten die RFID-Technologie als strategisch wichtig für die Entwicklung ihres Geschäftes ein. Doch selbst die Innovatoren nutzen das Thema RFID heute primär als Marketing-Plattform, um das Unternehmen innovativ zu positionieren. Die realisierten und geplanten Investitionen sind vergleichsweise niedrig und gehen über kleinere Piloten selten hinaus. So planen nur 18 % der befragten Unternehmen im Jahr 2004 mehr als 500 000 Euro in die Erprobung der Technologie zu investieren.

Klare Leistungsvorteile für RFID ergeben sich, nach den Angaben, heute nur bei solchen Nischenanwendungen, bei denen aufgrund hoher Nachweispflicht absolute Prozesssicherheit erforderlich ist und geschlossene Logistikkreisläufe die Wiederverwendung der teuren Chips gewährleisten. Darunter sind zum Beispiel Transponder zu verstehen, die ein Produkt durch die gesamte Fertigungskette begleiten. Im Handel landet der Chip allerdings beim Endkunden, der damit nichts anfangen kann, solange Kühlschränke und andere Haushaltsgeräte die Information nicht auswerten. Bei diesen offnen Systemen, die heute Grundlage der Anwendung im Handel und der Konsumgüterindustrie sind, kommen aufgrund der hohen Investitionen in Chips und technische Infrastruktur – beispielsweise für Lesegeräte und Systemintegration – noch nicht auf eine positive Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Dynamik der RFID-Einführung wird in diesem Umfeld mehr durch die Marktmacht des Handels und die Vermarktung der Technologieanbieter als durch eine klare Wirtschaftlichkeitsrechung diktiert.

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