Zusammenarbeit mit Medizinern
Der Computer kann Gedanken lesen

Forscher am Fraunhofer-Institut in Berlin entwickeln eine Mensch-Maschine-Schnittstelle, die jedermann nutzen könnte. Noch erinnert das Ganze an die Anfänge der Videospiele.

BERLIN. Konzentriert blickt der Spieler auf den Monitor. Seine Hände ruhen auf der Armlehne, auf dem Kopf sitzt eine Kappe mit 128 Sensoren. Allein mit der Kraft seiner Gedanken steuert der Mann einen Balken über den Bildschirm. Mal nach links, mal nach rechts, um einen dicken weißen Punkt zurückzuschlagen.

Das Ganze erinnert an die Anfänge der Videospiele: Plumpe Grafik, wenig Abwechslung. Doch das „Brain Pong“ ist mehr. Das am Fraunhofer Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (First) in Berlin entwickelte Spiel ist der Beweis, dass konzentriertes Denken ausreicht, um einen PC zu steuern.

Seit Jahren arbeiten Informatiker, Mediziner und Ingenieure an Systemen, die einen direkten Dialog zwischen Mensch und Maschine ermöglichen. Die nun entwickelte Schnittstelle zwischen Gehirn und Rechner, das „Brain Computer Interface“ (BCI), wertet die elektrische Hirnaktivität im Mikrovolt-Bereich aus. „Wir übersetzen Hirnsignale und Steuersignale“, erklärt Klaus-Robert Müller, der das Projekt gemeinsam mit Gabriel Curio von der Charité Universitätsmedizin Berlin leitet.

Jedem können in bestimmten Grenzen die Gedanken gelesen werden. „Wir gehen dabei nicht invasiv vor“, betont Müller. Dem Probanden müssen also keine Sonden ins Gehirn eingesetzt werden. Beim invasiven Verfahren dagegen implantieren Forscher in Feldversuchen Affen und Ratten Nadeln, um Gehirnaktivität besser messen können. Damit werden zwar hervorragende wissenschaftliche Ergebnisse erzielt, aber für den Einsatz am Menschen gibt es erhebliche Sicherheitsbedenken. Gleichwohl sind derzeit Forscher des amerikanischen Unternehmens Cyberkinetics auf der Suche nach Freiwilligen, die sich nach positiven Tierversuchen ebenfalls einen Neurochip in die Hirnrinde stoßen lassen.

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