Zusatzsoftware für iPhone und iPod
Zwischen Lichtschwertern und SAP-Konten

Apple bietet zusätzliche Software fürs iPhone und den iPod. Über 900 solcher Apps gibt es bereits - und täglich werden es mehr. Rund ein Fünftel von ihnen ist kostenlos. Doch welche Anwendungen braucht man?

DÜSSELDORF. "David, was ist los? Du siehst aus, als hättest du zwei Nächte keinen Schlaf bekommen", sagt der Kameramann. Gerichtet ist die Frage an David Pogue, Technik-Tester und Videoblogger der "New York Times". Pogue reißt sein iPhone aus der Tasche: "Am Freitag hat Apple seinen Anwendungs-Shop aufgemacht, es gibt schon über 500 Programme für das iPhone, ich hab seit Tagen nicht geschlafen!"

Logisch, das ist ironisch gemeint, wie vieles bei Pogues Videos. Doch so mancher Besitzer eines iPhone oder eines iPod Touch verbringt in diesen Tagen tatsächlich Stunden damit, durch den App-Store zu surfen. Mit der Möglichkeit, Programme zu installieren, wandelt Apple seine beiden Vorzeige-Produkte ein Stück in Richtung Kleincomputer.

Über 900 solcher Apps gibt es bereits - täglich werden es mehr. Rund ein Fünftel von ihnen kostet nichts, der Rest bewegt sich in der Regel unter acht Euro. Apple zählte bereits über 25 Mill. heruntergeladene Programme. Kein Wunder: Der Herunterladen neuer Anwendungen geht mit ein, zwei Klicks - ein Vergnügen.

Die Bandbreite der Anwendungen ist erschlagend. Deshalb hier ein paar iPhone-Apps, deren Test sich lohnt:

Tuner / AOL Radio / LastFM: Ist das der Anfang vom Ende des klassischen Hörfunks? Wer online ist, kann nun Web-Radio hören. Hunderte von Stationen weltweit sind anwählbar, vom karibischen Spartensender bis zum Deutschlandfunk. LastFM dagegen spielt die Musik, die dem eigenen Geschmack entspricht, dafür ist die Anmeldung beim Web-Dienst mit deutschen Wurzeln nötig. Alle drei Anwendungen laufen fehlerfrei über W-Lan.

Instapaper: Hier lässt sich der Lesestoff für den Heimweg speichern. Der Nutzer zieht am PC Web-Seiten, die er später lesen möchte, in einen Favoriten-Ordner. Geht er mit dem iPhone das nächste Mal online, werden diese Seiten überspielt und sind auch ohne Internet-Verbindung zugänglich.

Frommer?s / Nearby / Urban Spoon: Für New York und San Francisco liefert Frommer?s einer der bekanntesten Reisebuchverlage der USA, seine Stadtführer, die schon ohne GPS-Navigation den Vorteil haben, ständig auf dem neuesten Stand zu sein. Wenn die GPS-Satellitennavigation funktioniert, werden die Programme zum Umgebungsführer

.

Ähnlich funktionieren Nearby und Urban Spoon: Sie ermitteln den Standort und zeigen an, welche Restaurants, Hotels oder Cafés in Nähe sind. Besonders hübsch ist die optische Aufbereitung von Urban Spoon: Wer sich ein zufälliges Restaurant in der Nähe suchen lassen möchte, schüttelt sein iPhone und dieses wirft ihm in Form eines Spielautomats einen Vorschlag aus. Allerdings: Die Satellitennavigation der neuen iPhone-Generation zickt manchmal ein wenig.

My Accounts To Go: Mit 359,99 Euro sind dies die derzeit teuersten Apps. Dafür machen sie das iPhone aber zum Business-Instrument: Sie ermöglichen den mobilen Zugang zu Microsoft Dynamics- und SAP Business One-Konten.

Pocket Express / NY Times: Aus vielen Quellen, vor allem Nachrichtenagenturen, sucht Pocket Express Artikel, die auch ohne Online-Verbindung zu lesen sind. Nicht ganz so gut funktioniert das bisher bei der "New York Times" - dafür sind deren Inhalte besser.

Truveo: eine Video-Suchmaschine quer über mehrere Plattformen.

Midomi: Summen Sie ein Lied, oder singen Sie es - und Midomi erkennt es mit erstaunlicher Trefferquote.

Cro-Mag Rally: Das Steinzeit-Rennen ist das derzeit vielleicht beste Spiel auf dem iPhone.

Phone Saber: Ja, diese Anwendung ist völlig sinnfrei und pure Zeitverschwendung. Trotzdem wird jeder "Star Wars"-Fan das originalgetreu summende Lichtschwert unbedingt haben wollen.

Abschließender Tipp: Nicht alle Programme gleichzeitig installieren, sondern nur nach und nach testen! Je mehr Anwendungen auf iPhone oder iPod gespeichert sind, desto häufiger kommt es zu Abstürzen. Deshalb der finale Rat: Am besten sollten auf jedem Gerät nur die Anwendungen dauerhaft verbleiben, die man tatsächlich benutzt.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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