10 Jahre Viagra
Wie vom Himmel gesandt

Vor zehn Jahren kam die Potenzpille Viagra auf den Markt. Eine Erfolgsgeschichte für den Hersteller Pfizer, der seither rund 1,8 Milliarden der bis zu 15 Euro teuren Tabletten verkauft hat. Doch auch Mediziner und Psychologen ziehen eine positive Bilanz.

HB FRANKFURT. Als Viagra im Oktober 1998 auf den deutschen Markt kam, waren die Befürchtungen groß. Skeptiker beschworen die Gefahr von grassierendem „Hauruck-Sex“ oder einer mechanisierten körperlichen Liebe. „Damals hörten viele schon das Todesglöckchen der Erotik läuten“, erinnert sich Uwe Hartmann von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Die Horrorvisionen haben sich nicht bestätigt“, sagt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin und Sexualtherapie.

Rückblickend ziehen Mediziner ebenso wie Psychologen und Sozialwissenschaftler eine insgesamt positive Bilanz - und verweisen auf die Situation vor Einführung des Mittels. Damals gab es für Männer mit Erektionsstörungen, immerhin schätzungsweise acht Prozent der männlichen Bundesbürger, wenig Hoffnung.

Manche griffen in ihrer Verzweiflung auf abenteuerliche Apparaturen zurück. Aber das Hantieren mit einer Vakuumpumpe oder die Injektion eines Potenzmittels in den Schwellkörper sind der intimen Stimmung vor dem Sex nicht gerade zuträglich. „Das war für viele Männer eine grauenvolle Qual“, sagt Jakob Pastötter von der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung. „Denen erschien Viagra wie vom Himmel gesandt.“

Etwa 1,8 Milliarden Potenzpillen hat Viagra-Hersteller Pfizer nach eigenen Angaben weltweit bislang verkauft. Nach Viagra kamen mit Levitra und Cialis später noch zwei weitere Mittel ins Apothekenregal, die direkt auf den Schwellkörper des Gliedes wirken. Generelle Unterschiede gebe es nicht, erläutert die Chefärztin der Klinischen Andrologie am Universitätsklinikum Münster, Prof. Sabine Kliesch. „Die eine wirkt schneller, die andere länger oder ist für Diabetiker besser geeignet. Viele Patienten testen alle drei hintereinander und entscheiden sich dann für eine.“

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