Abbaubare Kunststoffplatten
Plaste bringt Patienten schneller auf die Beine

Bisher mussten komplizierte Brüche oft mit Titanplatten geflickt werden, die nachher wieder entfernt werden musste. Vom Körper abbaubare Kunststoffplatten schnitten im Praxistest schlecht ab. Das könnte sich bald ändern: Mit einer innovativen Technik könnte die Heilung beschleunigt und die Kosten gesenkt werden.

BERLIN. Der Fortschritt steckt mitunter in einem kleinen Kunststoff-Nagel: Die Stifte könnten dank spezieller Eigenschaften in der Gesichtschirurgie die teuren Folgeoperationen überflüssig machen. Der Vorteil der Plastikteile: Sie sind vom Körper abzubauen. So seien Einsparungen in Millionenhöhe möglich, heißt es beim Hersteller KLS Martin.

Heute flicken Mediziner gebrochene Gesichtsknochen hauptsächlich mit Titanplatten. In einer zweiten Operation müssen sie diese später wieder entfernen. Vom Körper abbaubare Kunststoffplatten machen das unnötig - allerdings stoßen sie bei Ärzten bisher auf wenig Gegenliebe: "Die Kunststoffschrauben brechen beim Reindrehen häufig ab", sagt Matthias Schneider, Gesichtschirurg an der Uniklinik Dresden.

Der Medizintechnikhersteller KLS Martin könnte mit seinem neuen Befestigungssystem namens Sonicweld Abhilfe schaffen: Chirurgen setzen die Kunststoffstifte auf die Bohrlöcher, weichen sie mit einem Ultraschall-Instrument auf und schieben sie dann in die Löcher hinein. Das weiche Material dringt in die Knochenporen, erhärtet dort und sorgt für eine feste Verankerung. Das erspart eine zweite Operation. Die Dresdner Chirurgen setzen dieses Verfahren bei Kindern und wenig belasteten Gesichtsknochen schon routinemäßig ein. Die Technik berge erhebliches Potenzial, sagt Schneider.

Die Branchenverbände Spectaris und ZVEI wollen mit dem verstärkten Einsatz solcher Verfahren dem Ruf der Medizintechnik als Kostentreiber entgegenwirken. Sie haben eine Studie über das Einsparpotenzial durch innovative Medizintechnik in Auftrag gegeben. Allein durch die Sonicweld-Technik lassen sich demnach jedes Jahr Kosten von rund 22 Mio. Euro vermeiden - wenn das Verfahren bei der Hälfte aller möglichen Fälle zum Einsatz kommt.

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