Abgase machen Ambrosia aggressiver Allergiker-Albtraum am Straßenrand

Die Ambrosia ist in Deutschland alles andere als beliebt: Allergikern verlängert sie die Schnupfen-Saison, zugleich verdrängt sie heimische Pflanzen. Und ausgerechnet an Straßenrändern wird sie richtig aggressiv.
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Ambrosia-Pollen gehören zu den heftigsten Allergieauslösern. Bei der Beseitigung der Pflanze sollte daher Schutzkleidung getragen werden. Quelle: dpa
Aggressive Pflanze

Ambrosia-Pollen gehören zu den heftigsten Allergieauslösern. Bei der Beseitigung der Pflanze sollte daher Schutzkleidung getragen werden.

(Foto: dpa)

MünchenViele Allergiker müssen sich hierzulande damit herumschlagen, dass ihnen neben Birke, Hasel und Gräsern auch die Pollen neu eingewanderter Arten zusetzen. Zum Beispiel die Ambrosia: Dieser pflanzliche Eindringling wird ausgerechnet an Straßenrändern so richtig aggressiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Stickstoffdioxid (NO2) aus Abgasen verursacht Stress bei der Pflanze. Dadurch verändert sich die Protein-Zusammensetzung der Pollen. Das haben Forscher des Helmholtz-Zentrums in München herausgefunden. Die Menge sogenannter allergener Proteine werde größer, erklärt der Leiter des Instituts für Biochemische Pflanzenpathologie, Jörg Durner. Und zwar je nach Allergen um den Faktor zwei bis zehn.

Was gegen Pollen hilft
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Allergietest

Die Nase läuft, die Augen sind gerötet - im Frühjahr liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass die Pollenallergie zugeschlagen hat. Doch statt einer Selbstdiagnose ist ein Allergietest sinnvoll, um Hausstaub-, Tierhaar- oder andere Allergien ausschließen zu können. Denn nur wer weiß, was er wirklich hat, kann die schlapp machenden Symptome auch richtig bekämpfen.

Allergien lassen sich sowohl durch einen Blut- also auch durch einen Hauttest feststellen. Den Bluttest führt auch der Hausarzt durch. Wird eine Pollenallergie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu Folgeschäden kommen. Das Weißbuch Allergie aus dem Jahr 2004 zeigte, dass bei 30 Prozent der Patienten innerhalb von zehn Jahren Asthma ausbrach.

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Aktueller Pollenflug

Zu wissen, was wann fliegt, erleichtert dem Allergiker seinen Alltag. Für den langfristigen Überblick helfen Portale wie pollenflug.de. Hier steht eine Jahresübersicht der Pollen-Flugsaison zur Verfügung. Berücksichtigt werden die Durchschnittsvorkommen der einzelnen Pollen, gemittelt aus den Daten des vergangenen Jahres. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die tagesaktuelle Berichterstattung, um zu erfahren, wie heftig die Pollen gerade in der Luft vertreten sind.

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Sport im Freien meiden

Sind die Pollen besonders heftig unterwegs, sollten Allergiker das Freie meiden. Vor allem Sport an der frischen Luft kann dann unangenehm werden. Während der Pollensaison werden daher eher Sportarten empfohlen, die in der Halle oder im Fitness-Studio stattfinden. Die Sportkleidung sollte erst vor Ort angezogen werden, da sie schon auf dem Weg zum Sport Pollen aufnehmen kann, die dann beim Training zur Belastung werden.

Auch sind Sportarten mit heftigen Belastungsphasen wie Basketball oder Fußball nicht zu empfehlen. Sinnvoller ist es, Ausdauersport zu betreiben.

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Urlaub in der Pollenzeit buchen

Nichts wie weg! Am besten lässt sich der Pollenflug in Regionen aushalten, wo es die kleinen Quälgeister gar nicht gibt. Generell gilt, dass Küsten und Hochgebirge (ab 1500 Meter) ideale Urlaubsziele für Pollenallergiker sind. Dort wachsen zwar Gräser, aber zumeist Sauer- oder Riedgräser, die in der Regel keine Beschwerden auslösen. Auch die Tropen sind für Allergiker gute Reiseziele.

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Achtung beim Autofahren

Kontakt zur Pollenluft lässt sich auch gut im Auto vermeiden - sofern die Fenster geschlossen bleiben und die Lüftung aus ist.

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Pollen in der Bude

Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um ein gutes Raumklima zu schaffen. Wer unter einer Pollen-Allergie leidet, sollte sich jedoch genau überlegen, wann er das Fenster aufreißt. Am Tag sollten die Fenster generell geschlossen bleiben. Ideal ist ein kurzes Lüften ab 23 Uhr.

Außerdem ist der Pollenflug von Region zu Region unterschiedlich. Auf dem Land ist die Konzentration vor allem am Morgen zwischen vier und sechs Uhr sehr hoch, in der Stadt eher am frühen Abend.

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Der richtige Staubsauger

Pollen können besonders hartnäckig sein, wenn sie sich in der Wohnung festsetzen. Regelmäßiges Putzen ist also wichtig. Allergiker sollten allerdings darauf achten, einen Staubsauger mit Feinstaubfilter zu besitzen, damit die frisch aufgesaugten Pollen nicht wieder durch die Wohnung wirbeln können.

Für Betroffene heißt das: Der Körper schüttet mehr Histamin aus, und das verursacht allergische Reaktionen wie Heuschnupfen und Asthma. Auch Hautentzündungen sind möglich. Und eine Ambrosia-Pflanze kann zwischen 3000 und 60.000 Samen in ihrem einjährigen Lebenszyklus abwerfen sowie bis zu eine Milliarde Pollen in die Luft entlassen.

NO2 hat schon an sich schädigende Wirkung auf die Schleimhaut. „Jetzt treffen aggressivere Pollen auf gereiztere Schleimhäute“, sagt Durner. Wie stark die Effekte zusammen sind, soll nun an einem Modell getestet werden. Hier stehen die Wissenschaftler aber noch am Anfang.

Die nordamerikanische Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), auch Aufrechtes oder Beifußblättriges Traubenkraut genannt, wurde vor Jahren vermutlich über Vogelfutter nach Europa eingeschleppt. In Deutschland ist sie nach Angaben von Matthias Werchan von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst vor allem im wärmeren Süden vertreten.

Klimawandel fördert die Ausbreitung
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