Aids durch Küssen? Noch immer viele Mythen über HIV und Aids

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Hoher Aufklärungsbedarf
HIV hat viel von seinem Schrecken verloren
Wie viele Menschen sind mit HIV infiziert?
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In Deutschland leben nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 83.400 Menschen mit HIV/Aids. Die meisten von ihnen wohnen in Großstädten wie Berlin, München, Hamburg, Frankfurt/Main und Köln.

Wer infiziert sich mit dem Virus?
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Männer, die Sex mit Männern haben, bilden mit geschätzt 53.800 Fällen die größte Gruppe. Etwa 10.500 Menschen haben sich nach RKI-Daten bei heterosexuellem Verkehr infiziert. Bei rund 7900 Betroffenen waren verunreinigte Spritzen beim Drogengebrauch die Ursache. Etwa 450 Menschen infizierten sich über kontaminierte Blutkonserven oder andere Blutprodukte. Darüber hinaus haben sich 400 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vor, während oder nach der Geburt bei ihrer Mutter angesteckt.

Wie viele Menschen wissen nichts von ihrer Infektion?
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RKI-Experten schätzen, dass in Deutschland etwa 13.200 Menschen mit HIV nichts von ihrer Infektion wissen. Das ist etwa jeder sechste Betroffene. Manchen hält die Angst vor einem positiven Ergebnis und vor Ausgrenzung davon ab, sich durch einen Test Gewissheit zu verschaffen.

Wie viele Menschen werden behandelt?
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Von den HIV-Infizierten, bei denen eine Diagnose gestellt wurde, sind 82 Prozent in einer antiretroviralen Therapie, die die Vermehrung der Viren eindämmt und den Ausbruch von Aids verhindern kann. Die Weltgesundheitsorganisation rät, möglichst früh mit der Therapie zu beginnen.

Steigern andere sexuell übertragbare Krankheiten das Risiko, sich mit HIV zu infizieren?
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„Generell steigt durch alle sexuell übertragbaren Krankheiten das Risiko, sich mit HIV zu infizieren“, sagt Norbert Brockmeyer, Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit und Medizin in Bochum. Infektionen mit Chlamydien, Humanen Papillomviren, Herpes-Simplex-Viren, Syphilis und Gonorrhoe verbreiten sich laut Brockmeyer verstärkt. Der Experte sieht eine Ursache in den vervielfachten Datingmöglichkeiten über Internetportale. Sie ermöglichten mehr und schnellere Sexualkontakte. „Viele Leute verzichten dabei auf Kondome, weil sie das Gefühl haben, sich aus dem Internet zu kennen“, sagt Brockmeyer.

Wo kann man einen HIV-Test machen lassen?
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Unter anderem bieten Gesundheitsämter, Präventionsprojekte und Ärzte HIV-Tests an. Die Deutsche Aids-Hilfe hat im Internet eine Adressliste veröffentlicht. Der Verband warnt vor Tests für den Hausgebrauch aus dem Internet, da die Qualität nicht geprüft werden könne. Außerdem könnten Laien schnell Fehler unterlaufen.

Welche Therapien stehen zur Verfügung?
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Nach Angaben der Deutschen Aids-Gesellschaft gibt es inzwischen mehr als 30 Medikamente für die HIV-Therapie, darunter eine zunehmende Zahl von Kombinationspräparaten. Sie können die Virusvermehrung dauerhaft hemmen. „HIV ist dadurch heute zu einer gut behandelbaren chronischen Erkrankung geworden“, sagt Annette Haberl. Patienten könnten dank moderner Therapien ein normales Leben führen.

Für den Pharmahersteller Gilead zeigen die Ergebnisse der Emnid-Befragung, dass es einen unverändert hohen Aufklärungsbedarf zu Leben und Alltag mit dem Aids-Virus gibt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung etwa wissen laut der Umfrage auch nicht, dass es medikamentöse Therapien für HIV-infizierte Menschen gibt.

Tatsächlich kann die Infektion heute medizinisch so gut behandelt werden, dass HIV-Positive eine ähnlich hohe Lebenserwartung haben wie die Allgemeinbevölkerung. Auch gibt es mittlerweile die Möglichkeit, mit einer medikamentösen Therapie das Ansteckungsrisiko zu senken.

Laut Robert-Koch-Institut lebten Ende 2015 rund 84.700 Menschen in Deutschland mit HIV. Etwa 460 HIV-Infizierte starben. 3200 Menschen haben im vergangenen Jahr neu mit HIV infiziert, die Zahl ist gegenüber den Vorjahren unverändert.

Die am stärksten von HIV betroffene Gruppe sind weiterhin Männer, die Sex mit Männern haben. 2200 der insgesamt 3200 Neuinfektionen entfallen auf diese Gruppe. 750 Infektionen wurden bei heterosexuellem Sex übertragen, 250 bei intravenösem Drogenkonsum, etwa durch gemeinsam genutztes Spritzbesteck.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wissen geschätzte 15 Prozent der HIV-Infizierten nichts von ihrer Infektion. Mit Spätdiagnosen sind höhere Sterblichkeit und Behandlungskosten verbunden, so das Institut, zudem kann die Infektion unbeabsichtigt weitergegeben werden. 

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