Aids-Prävention: Wer umzieht, kommt kaum an Medikamente

Aids-Prävention
In China ist Sex kein öffentliches Thema

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Wer umzieht, kommt kaum an Medikamente

Ende 2015 waren in China rund 577.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, wie das Nationale Zentrum zur Kontrolle und Prävention von Aids und Geschlechtskrankheiten berichtet. Die Behörde schätzt aber, dass etwas mehr als ein Drittel der infizierten Bevölkerung noch gar nichts von ihrer Krankheit weiß oder nicht registriert ist.

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl von rund 1,4 Milliarden Menschen ist die Zahl der Infizierten in China relativ gering. Anders als in westlichen Ländern beginnt sie in besonders gefährdeten Gruppen, wie bei homosexuellen Männern, aber gerade erst zu steigen.

Außerdem gebe es ein Problem bei der Versorgung der Patienten, kritisiert ein früherer Mitarbeiter einer Aids-Organisation aus Nordchina, der anonym bleiben möchte. Der Zugang zu Medikamenten und Behandlungen für bereits Infizierte müsse dringend erleichtert werden, erklärt er.

Denn wegen des chinesischen Hukou-Systems, das einem Chinesen die medizinische Behandlung nur an dem Ort erlaubt, wo er oder sie geboren und ursprünglich gemeldet ist, sei es für Patienten nach einem Umzug schwer, an Medikamente zu kommen.

„Wer zum Beispiel vom Land nach Peking zieht, bekommt dort nur eine Behandlung, wenn er bestimmte Dokumente vorweisen kann.“ Das Thema Aids sei in der Gesellschaft zudem immer noch zu sehr nur mit Homosexualität verbunden – und deswegen kaum Teil der sexuellen Aufklärung an Schulen und Universitäten.

Dabei ist gerade auch unter Schülern und Studenten die Zahl der HIV-Infizierten in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen – um 35 Prozent, wie das chinesische Zentrum zur Kontrolle und Prävention von Aids und Geschlechtskrankheiten berichtet. Auch hier sind nach WHO-Angaben etwa 80 Prozent der Betroffenen männlich.

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