Allergiker
Neue Hoffnung für Heuschnupfen-Kranke

Allergiker können aufatmen: Neue Medikamente machen den Kampf gegen Schnupfen und verquollene Augen erträglicher und verbessern die Lebensqualität der betroffenen Menschen. Die Medikamente, heute oft in Form von Tabletten und Tropfen verabreicht, sind effizienter denn je. Nun wollen Forscher den Allergien mit gentechnischen Methoden zu Leibe rücken.

DÜSSELDORF. Die Allergiesaison beginnt aufgrund der milden Winter immer früher. Bereits im Dezember blühten Erle und Haselnuss, es dauert nicht mehr lange, dann fliegen bereits die ersten Birkenpollen. Besonders hart soll der März und April in diesem Jahr für Birkenpollenallergiker werden: Experten erwarten, dass die Bäume diesmal besonders viele Quälgeister freisetzen.

Menschen, die auf die Frühblüher allergisch reagieren, leiden unter Schnupfen, verquollenen Augen oder sogar Atemnot. Doch sie sind den Pollen nicht hilflos ausgesetzt. Neuere Therapeutika haben die Lebensqualität der Betroffenen enorm verbessert. "Was wir heute zur Behandlung des Heuschnupfens haben, ist absolute High-Tech-Medizin mit höchster Effizienz", sagt Theodor Dingermann, Professor für Pharmazeutische Biologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Vor allem verbesserte Antihistaminika-Wirkstoffe würden dazu beigetragen, dass die Betroffenen nicht mehr müde werden, so Dingermann.

Die Pharmaindustrie hat laut Insight Health im Frühjahr vergangenen Jahres (Januar bis Juli) rund 107 Mill. Euro mit Präparaten gegen Heuschnupfen umgesetzt. Rund 20 Mill. Medikamenten-Packungen gehen pro Saison über die Ladentische der Apotheken. Rund die Hälfte davon entfällt auf Selbstmedikation. Im Gegensatz zu früheren Jahren sind viele Medikamente nicht mehr rezeptpflichtig und damit auch nicht mehr erstattungsfähig. 40 Prozent des Umsatzes von Antihistaminen gehen laut Gisela Maag vom Pharmabeobachter IMS Health auf generische Präparate zurück. Praktisch alle großen Generikaanbieter, wie Hexal, Ratiopharm oder Stada sind hier aktiv, daneben aber auch weniger bekannte kleinere Firmen.

Das Marktpotenzial wäre noch weit größer, würden alle Betroffenen die Behandlung des Heuschnupfens erst nehmen. Torsten Zuberbier von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung schätzt, dass nur 10 Prozent der Allergien konsequent behandelt werden. Eine Therapieoption, die oft nicht konsequent genug durchgeführt wird ist, ist die Desensibilisierung. Per Spritze oder Tablette wird das Immunsystem behutsam mit den Allergie auslösenden Substanzen konfrontiert. Ziel ist hier eine Gewöhnung an das Allergen und damit möglichst eine Beseitigung der allergischen Reaktion.

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