Alternativen in Diabetes-Behandlung
Wirkstoff verbessert Diabetes-Therapie

Bei der Behandlung der Zuckerkrankheit sind neue Therapiekonzepte auf dem Vormarsch. Erstmals werden in naher Zukunft Medikamente zur Verfügung stehen, die an speziellen Darmhormonen angreifen, den so genannten Inkretinen, die großen Einfluss auf die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse ausüben.

FRANKFURT. Mediziner sehen in den neuen Wirkstoffen eine wichtige Ergänzung der bisherigen Behandlungsmöglichkeiten gegen die so genannte Altersdiabetes – Diabetes II. Die neuen Wirkstoffe seien ein erster Schritt in Richtung patienten-individueller Therapiepläne, sagt Diabetes-Experte Diethelm Tschöpe von der Uniklinik Bochum.

Der erste Vertreter der neuen Wirkstoffgruppe, das Mittel Byetta des US-Konzerns Eli Lilly ist in den USA bereits zugelassen und könnte in Europa gegen Ende des Jahres grünes Licht erhalten. Das Medikament ahmt die Wirkung des Darmhormons GLP-1 nach, das eine Schlüsselrolle bei der Verdauung von Kohlehydraten spielt. Das zuckerähnliche Peptid wird nach der Aufnahme von Kohlehydraten im Darm gebildet und regt die Betazellen der Bauchspeicheldrüse zur Produktion von Insulin an.

Zwei weitere Medikamente, Galvus von Novartis und Januvia vom US-Konzern Merck & Co, zielen auf den gleichen Effekt, gehen dabei aber einen indirekten Weg: Sie blockieren das Enzym DDP4, das im Körper normalerweise für den schnellen Abbau von GLP-Darmhormons sorgt. Auch diese beiden Wirkstoffe befinden sich im Genehmigungsverfahren und werden möglicherweise 2007 auf den Markt kommen.

Für beide Mittel wurden jüngst relativ positive Testresultate publiziert, woraus Mediziner als auch Finanzanalysten relativ große Marktchancen für beide Produkte ableiten. Die amerikanische Investmentbank Merrill Lynch etwa geht davon aus, dass Novartis schon Ende des Jahrzehnts mit Galvus etwa zwei Mrd. Dollar Umsatz erzielen kann.

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