Altria entwickelt Sprühtechnik
Inhalierspray rettet Frühgeborene

Ausgerechnet der weltgrößte Zigarettenhersteller könnte bald frühgeborene Säuglinge mit Atembeschwerden retten. Eine Sparte des Tabak- und Nahrungsmittelkonzerns Altria hat eine Technik entwickelt, mit der ein Medikament tief in die Lunge gesprüht werden kann.

tmo HB NEW YORK. Das teilten das New Yorker Unternehmen und dessen Partner Discovery Laboratories in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Die Biotechnologiefirma Discove-ry will ihr Lungenmedikament mit Hilfe der Altria-Technologie zur Einsatzreife bringen. Die Kombination von Altrias Sprühtechnik mit dem Discovery-Medikament habe das Potenzial, die Atemweg-Medizin grundlegend zu verändern, sagt Discovery-Chef Robert Capetola.

Die Altria-Sparte Chrysalis Tech-nologies hat ein Gerät entwickelt, mit dem flüssige medizinische Wirkstoffe erst zum Kochen gebracht und dann in winzige Spraypartikel gewandelt werden. Es entstand bei dem Versuch, eine Zigarette herzustellen, die keine Gesundheitsschäden verursacht – was jedoch nie gelang.

Discovery Laboratories hält die Lizenzrechte für ein Medikament, das einen zur Atmung lebenswichtigen natürlichen Oberflächenstoff imitiert, der die Lungenblasen funktionsfähig hält. An diesem Stoff mangelt es vielen frühgeborenen Säuglingen, und laut Discovery Laboratories existiert bislang keine Technik, mit der das Medikament tief in die Lunge solcher Babys gesprüht werden kann.

Als weitere Anwendungsgebiete für die Kombination aus Sprühtechnik und Lungenmedikament nannte Discovery chronische Atemstörungen, Asthma und akute Lungenverletzungen. Steven Donn, Leiter des Bereichs Frühgeburtenmedizin an der Universität Michigan, sagte: „Derzeit haben Ärzte nur wenige medikamentöse Optionen, um Atemstörungen von Frühgeborenen zu behandeln.“ Das Verfahren von Discovery und Chrysalis könne dies ändern. Bis zur Zulassung durch die US-Gesundheitsbehörde dürften jedoch zwei bis drei Jahre vergehen.

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