Alzheimer-Krankheit ist häufigste Form
Demenz breitet sich schnell aus

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft rechnet in den nächsten Jahren mit einem enormen Anstieg der Demenzerkrankungen.

dpa ERFURT. Gelinge kein entscheidender Fortschritt in der Therapie, werde sich die Zahl der Patienten mit Hirnleistungsschwäche in Deutschland bis 2050 mehr als verdoppeln, sagte die Vorsitzende der Gesellschaft, Heike von Lützau-Hohlbein, zum Auftakt eines Kongresses der Selbsthilfeorganisation in Erfurt. Einer der Gründe dafür sei die längere Lebenserwartung. Nötig seien verstärkte Anstrengungen in der Forschung sowie eine bessere Versorgung der Kranken und ihrer Angehörigen.

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Demenzform. Lützau-Hohlbein verwies darauf, dass jährlich in der Bundesrepublik 200 000 bis 250 000 Menschen neu an Demenz erkrankten. Bis 2020 werde die Zahl der Kranken von derzeit 1,1 Millionen auf 2,6 Millionen steigen, falls kein Durchbruch in der Therapie gelinge. Bisher sei der Blick vor allem auf die späte Phase der Erkrankung gerichtet, sagte Lützau-Hohlbein. Es gebe aber eine lange Zeit davor, in der die Betroffenen ihr Leben noch so normal wie möglich führen sollten.

Alzheimer ist eine unheilbare fortschreitende Krankheit, für die bestimmte Eiweißablagerungen in den Hirnzellen verantwortlich gemacht werden. Nach Ansicht des Molekularbiologen Christian Haass ist die Forschung auf dem richtigen Weg, neue Medikamente zu entwickeln, um die Erkrankung an der Wurzel zu packen. Heilen könne man sie nicht, denn wenn Nervenzellen abgestorben seien, könne sie niemand zurückholen.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Forscher aus Halle einen Wirkstoff entwickelt haben, der das Entstehen der typischen Ablagerungen in den Gehirnzellen fast vollständig unterbinden soll. Im Tiermodell habe man mit dieser Methode bereits Erfolge erzielt.

Laut Haass sind aber noch viele Fragen offen. Ob eine Heilung bereits erkrankter Menschen möglich sei, könne derzeit nicht gesagt werden, und die Entwicklung eines Medikamentes werde noch Jahre dauern.

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