Angst vor der Vogelgrippe treibt die Nachfrage in die Höhe
Grippeimpfung nur für Risikogruppen

Wegen der Angst vor einer drohenden Vogelgrippe rechnen Mediziner mit einem Nachfrageansturm bei den Grippeschutzimpfungen, die jetzt im Herbst stattfinden. Das könnte dazu führen, dass zu wenig Impfstoffdosen zur Verfügung stehen.

HB DÜSSELDORF. Bislang hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 16 Millionen Impfstoffdosen zugelassen. Auf Grund von Produktionsengpässen prüft das Institut Ende des Monats weitere vier Millionen Dosen, die dann Anfang November zur Verfügung stehen. Diese 20 Millionen Impfungen entsprechen der Menge, die im Vorjahr ausgeliefert wurde. „Wenn die Panik aber weiter anhält, könnte es eng werden“, sagt Susanne Stöcker, Pressesprecherin des PEI.

Nach Schätzungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wollen sich 2,7 Millionen Menschen mehr als im Vorjahr impfen lassen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt deshalb seit gestern, dass zunächst nur die Risikogruppen geimpft werden sollen. Dazu zählen die über 60-Jährigen, chronisch kranke Menschen sowie das medizinische Personal. Außerdem gehören Menschen, die viele soziale Kontakte haben, wie etwa Lehrer und Busfahrer, zu den gefährdeten Gruppen. „Für diese Menschen kann die Impfung lebensentscheidend sein“, sagt Stöcker. Erst wenn die Risikogruppen versorgt seien, empfiehlt das RKI den Ärzten, solle die Grippeschutzimpfung für die anderen freigegeben werden. Das Problem: Die Risikogruppen umfassen immerhin ein Drittel der Bevölkerung.

Noch vor wenigen Wochen haben viele Experten allerdings eine andere Empfehlung gegeben. Damals hieß es, es sollten sich so viele Menschen wie möglich gegen die Influenza impfen lassen. Die herkömmliche Grippeschutzimpfung wirkt zwar nicht gegen die Vogelgrippe als solche, sie könnte aber die Gefahr einer Pandemie mildern.

Bislang können sich Menschen nur mit der Vogelgrippe anstecken, wenn sie Kontakt mit infiziertem Geflügel gehabt haben. Trifft jedoch ein Mensch, der an einer humanen Grippe leidet, auf ein infiziertes Huhn, dann könnte sich im menschlichen Körper eine Art Supervirus entwickeln, das eine Pandemie auslöst.

Experten weisen allerdings darauf hin, dass ein solches Szenario in Deutschland recht unwahrscheinlich sei, denn derzeit gebe es hier zu Lande weder die Vogelgrippe noch die Influenza.

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