Anstieg des Blutwertes über mehre Monate ist ein deutliches Signal
PSA-Bluttest warnt vor Prostatakrebs

wsa HAMBURG. Ein wichtiges diagnostisches Merkmal für Prostatakrebs ist der Blutwert für PSA, das prostataspezifische Antigen. Von größerer Bedeutung als das Überschreiten eines Normwertes ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der der PSA-Spiegel steigt, wie amerikanische Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben. Nach den Ergebnissen ihrer Studie erhöht ein schneller PSA-Anstieg im Jahr vor der Krebsdiagnose das Sterberisiko der Patienten beträchtlich. Jährliche Messungen des PSA-Wertes für Männer ab dem 40. Lebensjahr und Gewebebiopsien bei einem beschleunigten Anstieg empfehlen die Forscher im "New England Journal of Medicine".

Eine Strategie des "beobachtenden Abwartens" sei bei Männern mit schnell gestiegenem PSA-Spiegel nicht mehr angebracht, sagt William Catalona von der Northwestern Feinberg School of Medicine in Chicago, einer der leitenden Wissenschaftler der Studie. An der Untersuchung nahmen mehr als tausend Männer mit lokalisiertem Prostatakrebs teil, die sich einer radikalen Prostatektomie unterzogen. Bei diesem chirurgischen Eingriff wird die Vorsteherdrüse vollständig entfernt. Für diejenigen, deren PSA-Werte im vorangegangenen Jahr um mehr als 2 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) gestiegen war, verzehnfachte sich das Risiko, an der Krebserkrankung zu sterben.

"Normale PSA-Werte für Männer zwischen 40 und 60 Jahren liegen zwischen 0,6 und 0,9", sagt Catalona. Die neue Studie habe gezeigt, dass ein steiler Anstieg ein deutliches Warnsignal ist. Frühere Studien hätten bei jedem fünften Mann mit relativ niedrigen PSA-Werten (zwischen 2,5 und 4,0 ng/ml), eine positive Krebsdiagnose ergeben. "Steigt der Wert über 2,5 oder beschleunigt sich der Anstieg in kurzer Zeit, ist eine Biopsie nötig", so Catalona. PSA ist ein Protein, das in der Prostata entsteht und bei Prostatakrebs vermehrt im Blut nachweisbar wird. Die Wahrscheinlichkeit für einen Mann, am Prostatakarzinom zu erkranken, ist mit 1:6 größer, als das Brustkrebsrisiko bei Frauen, das 1:8 beträgt, sagt Catalona.

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