Auswirkungen auf Lunge
Bundesregierung lässt Risiken von Nanopartikeln erforschen

In einer deutschen Langzeitstudie sollen die gesundheitlichen Risiken von Nanomaterialien erforscht werden. Die Kleinstpartikel stehen im Verdacht, die Lunge schädigen zu können.
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BerlinEine Studie der Bundesregierung soll mögliche Langzeiteffekte von Nanopartikeln in der Lunge erforschen, wie das Bundesumweltministerium (BMU) am Dienstag in Berlin mitteilte. Gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und dem Chemiekonzern BASF startete das BMU dazu ein gemeinsames Forschungsprojekt.

Nanomaterialien werden in der Industrie zunehmend eingesetzt und finden sich in immer mehr Produkten. Nanoteilchen sind derzeit vor allem für die Elektronikbranche, Pharmazie, Medizin, Kosmetik, Flächenveredelung und die Chemie von großem Interesse. So enthalten zum Beispiel Sonnenschutzmittel, Zahnpasten und Textilien Nanopartikel.

Bisher ist allerdings noch wenig über die Auswirkungen der winzigen Partikel auf Mensch und Umwelt bekannt. Die größten Risiken können laut Umweltbundesamt (UBA) jene Nanomaterialien bergen, die als freie Teilchen zum Beispiel in Sprays enthalten sind. Sie können sich über die Luft verbreiten und über die Atemwege aufgenommen werden. Über Arzneimittel wiederum könnten Nanopartikel über den Darm aufgenommen werden und ins Blut übertreten. Verbraucherschützer haben mehrfach eine Kennzeichnungspflicht für Nano-Produkte gefordert. Bislang ist dies für Hersteller nicht vorgeschrieben.

Mit der Studie würden erstmals chronische Wirkungen von Nanomaterialien im Niedrigdosisbereich ermittelt, erklärte Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Auf dieser Basis sei es möglich, Risiken abzuschätzen und Grenzwerte festzulegen. Die Langzeitstudien sollen vier Jahre laufen. Insgesamt fließen rund fünf Millionen Euro in das Projekt. Ein Beraterkreis aus international renommierten, unabhängigen Experten soll die Untersuchungen laut BMU wissenschaftlich begleiten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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