Behandlung von Schwersterkrankungen
Forscher entdecken neuen Stammzelltyp

Göttinger Forscher haben eine Alternative zu den ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen gefunden. Die Forschungsergebnisse lassen auf eine Therapie mit körpereigenen Zellen hoffen.

hsn DÜSSELDORF. Göttinger Forscher haben eine Alternative zu den ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen gefunden. Sie haben so genannte spermatogoniale Stammzellen aus Hodengewebe von Mäusen isoliert, im Reagenzglas kultiviert und in einen Zustand gebracht, der den Eigenschaften von embryonalen entspricht. Die Zellen, die für die kontinuierliche Bildung von Spermien verantwortlich sind, bilden einen Zellverband, der spontan in wahrscheinlich alle Zellen des Organismus ausreifen kann, schreiben die Forscher in einem Onlineartikel für das Wissenschaftsmagazin Nature.

„Wir haben mit unserer Arbeit neue Grundlagen für die zukünftige Behandlung von schweren Erkrankungen wie Herzmuskelschwäche und anderer schwerer Erkrankungen mit körpereigenen Stammzellen entwickelt“, sagt Gerd Hasenfuß, der als Direktor der Abteilung Kardiologie und Pneumologie das Forschungsprojekt leitet. Aus den kultivierten Zellen entstanden im Labor der Göttinger Uni nach mehreren Tagen Herzmuskelzellen, die sich wie im Herzen spontan rhythmisch verkürzen. Darüber hinaus seien aus den Stammzellen spezialisierte Nervenzellen entwickelt worden, die das bei der Parkinsonschen Krankheit fehlende Dopamin produzieren.

Die Göttinger Wissenschaftler versuchen nun, die entsprechenden Stammzellen beim Menschen zu finden. Die Untersuchungen werden an Biopsien durchgeführt, die im Rahmen von urologischen Eingriffen gewonnen werden. Sollten die Ergebnisse am Menschen bestätigt werden, wären gleichzeitig das immunologische und das ethische Problem von menschlichen embryonalen Stammzellen gelöst.

Zwar wäre die Behandlung zunächst nur für zeugungsfähige Männer geeignet. Doch auch im weiblichen Organismus existieren Stammzellen, die für die Produktion von Eizellen verantwortlich sind. Diese Zellen könnten in Analogie zur Gewinnung von pluripotenten Stammzellen geeignet sein, hoffen die Forscher.

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