Behandlungsstrategie
Blutgefäßstütze wirkt besser mit Medizin

Eine Studie der Berliner Charité schlägt eine Bresche für den Einsatz von Medikamenten-Stents bei Herzpatienten: Solche Blutgefäßstützen, die Medikamente freisetzen, seien bei der Therapie verengter Herzkranzgefäße konventionellen Stützen deutlich überlegen.

mx DÜSSELDORF. Dabei sei diese Therapie nicht mit wesentlich höheren Kosten verbunden, sagt Studienleiter Stefan N. Willich vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie.

35 Kliniken nahmen an der Untersuchung teil, die im Rahmen eines bundesweiten Modellprojektes der Techniker Krankenkasse stattfand. Dabei begutachteten die Forscher den Krankheitsverlauf von 897 Patienten mit einer Verengung der Herzkranzgefäße.

Eine Verengung der Herzkranzgefäße führt im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt. Diese Erkrankung behandeln Ärzte heute meist durch eine Ballonaufweitung des verengten Gefäßes, um die Blutversorgung des Herzmuskels wieder herzustellen. Setzt man in das Blutgefäß ein als Stent bezeichnetes Edelmetall-Drahtgeflecht ein, erzielt man in der Regel einen guten Kurzzeiterfolg bei der Aufweitung der Koronarverengung.

Der Stent fixiert Kalkfragmente in den Gefäßen. So ist der Gefäßinnenraum geglättet und das Blut fließt besser. Allerdings verschließt sich im Allgemeinen rund ein Drittel der behandelten Gefäße innerhalb eines halben Jahres wieder, und der Patient leidet erneut unter Beschwerden. Der Grund dafür: Das Metall reizt die Gefäßwand, was zur Entzündung und vermehrten Zellteilung führt. So genannte Medikamenten-freisetzende Stents reduzieren dieses Wiederverschlussrisiko erheblich. Eine Beschichtung gibt an ihre Umgebung kontinuierlich ein Medikament ab, das eine unkontrollierte Zellteilung der Gefäßwand verhindert.

Im ersten Jahr verschloss sich nur bei jedem fünften Patienten mit Medikament-freisetzendem Stent das Gefäß erneut. Dagegen war jeder vierte Patient mit einem konventionellen Stent davon betroffen.

„Die Ergebnisse haben besondere Relevanz für die Behandlungsstrategie und Vergütungsregelung in der medizinischen Versorgung von Patienten mit koronarer Herzkrankheit", sagt Willich. Zwar sei die neue Behandlung sei war anfänglich rund 2000 Euro teurer, die Folgekosten im ersten Jahr danach seien aber niedriger. Man spare kostenträchtige erneute Behandlungen, weil die Patienten seltener einen Infarkt oder erneute Herzbeschwerden bekämen.

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