Biotechnische Verfahren machen Impfstoffhersteller flexibler
Schneller zum Grippeimpfstoff

Bei einer plötzlichen, weltweiten Grippeepidemie könnte es mit heutigen Herstellverfahren schwierig werden, schnell große Mengen Impfstoff zu produzieren. Daher entwickeln die Impfstoffhersteller zurzeit biotechnische Verfahren, mit denen sie flexibler reagieren könnten.

DÜSSELDORF. In den nächsten Wochen ist es wieder soweit: Ärzte und Krankenkassen rufen zur Grippeschutzimpfung auf. Seit mehreren Monaten wird der neue Impfstoff produziert, damit rechtzeitig ausreichende Mengen zur Verfügung stehen. Dieser Impfstoff wird heute noch mit Hilfe von Hühnereiern hergestellt, die Impfstoffhersteller arbeiten jedoch weltweit daran, die herkömmliche Methode durch ein so genanntes Zellkulturverfahren zu ersetzen, um künftig flexibler auf die Nachfrage nach Impfstoffen reagieren zu können.

Jedes Jahr im Frühjahr bestimmt die Weltgesundheitsorganisation WHO aufs Neue die Zusammensetzung des Impfcocktails, der gegen die häufigsten und stärksten Viren schützen sollen, die in den Monaten zuvor in verschiedenen Regionen der Welt aufgetreten sind. Die WHO hat ein weltweites Netzwerk von Influenza-Laboratorien, in denen ständig die umlaufenden Viren untersucht werden. Aus den so gesammelten Informationen werden die für die kommende Saison wichtigsten Virusstämme ausgewählt und den Arzneimittelherstellern zur Entwicklung eines Impfstoffes zur Verfügung gestellt.

Dies muss jedes Jahr aufs Neue geschehen, da sich das Grippevirus ständig verändert und so das Gedächtnis des Immunsystems überlistet. Außerdem treten immer neue Viren auf, die sich unterschiedlich stark verbreiten. „Die Menge an Impfstoff, die jedes Jahr hergestellt wird, richtet sich nach dem Verbrauch des Vorjahres“, sagt Michael Pfleiderer, Impfstoffexperte beim Paul-Ehrlich- Institut, das die Zulassung für neue Impfstoffe erteilt.

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