Blutspende
Keine Lust auf den Aderlass

Die deutschen Blutspendedienste leben „von der Hand in den Mund“ – denn die Bereitschaft zum Aderlass stagniert auf niedrigem Niveau, während der Bedarf an Blutkonserven stetig wächst.
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BerlinDie deutschen Blutspendedienste sind in einer Zwickmühle. Der Bedarf an Blutspenden steigt kontinuierlich, aber die Bereitschaft dazu stagniert. Gerade einmal drei Prozent der Bundesbürger gehen nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) regelmäßig zum Aderlass. Gebraucht werden aber doppelt so viele Spender. „Wir leben von der Hand in den Mund“, sagt der Hagener DRK-Sprecher Friedrich-Ernst Düppe.

Der tägliche Bedarf der Krankenhäuser, Kliniken und Arztpraxen von rund 15.000 Vollblutspenden kann „gerade so“ gedeckt werden. Einen „Katastrophenvorrat“ gebe es aber nicht. „Das Problem wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen“, bestätigt Pressesprecherin Anja Grießer vom Institut für Transfusionsmedizin in Leipzig.

Der Grund für den wachsenden Bedarf ist vor allem die alternde Bevölkerung, die aus gesundheitlichen Gründen mehr fremdes Blut benötigt. Der größte Teil der jährlich rund fünf Millionen Blutkonserven werde dabei für Krebstherapien gebraucht. 26 Prozent der Spenden kämen diesen Patienten zugute, sagt Düppe.

Andererseits werden gerade aus der älteren Bevölkerungsgruppe auch die fleißigsten Spender rekrutiert. Rentner gingen im Schnitt dreimal im Jahr zur Blutspende, die Jungen hingegen lediglich 1,5-mal jährlich, sagt Düppe. „Um einen blutspendenden Senior zu ersetzen, brauchen wir zwei jüngere Blutspender“, folgert der DRK-Sprecher.

Vor allem die 25- bis 40-Jährigen verweigern sich laut Düppe dem Aderlass. „Sie haben andere Interessen.“ Dabei ist den meisten durchaus bewusst, wie wichtig Blutspenden ist. Umfragen zufolge wollen 70 Prozent der Deutschen spenden. Aber nur drei Prozent tun es tatsächlich.

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Ehec hat die Vorräte schrumpfen lassen

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