Brite Robert Edwards geehrt
Medizin-Nobelpreis für Erfinder der Befruchtung im Reagenzglas

Er hat vielen unfruchtbaren Paaren neue Hoffnung geschenkt: Der britische Forscher Robert G. Edwards hat die künstliche Befruchtung im Reagenzglas entwickelt, mit deren Hilfe mehr als drei Millionen Kinder gezeugt wurden. Dafür wurde er jetzt mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt.
  • 0

STOCKHOLM. Den diesjährigen Medizin-Nobelpreis erhält der britische Forscher Robert Geoffrey Edwards für die Entwicklung der künstlichen Befruchtung. Edwards habe maßgeblich zur Weiterentwicklung der künstlichen Befruchtung im Reagenzglas beigetragen, heißt es in der Begründung des Stockholmer Karolinska Institut. Durch die Forschungen des 1925 in Manchester geborenen Wissenschaftlers und seines vor zwölf Jahren verstorbenen Kollegen Patrick Steptoe sei es möglich geworden, unfreiwillig kinderlosen Paaren zu helfen. Etwa zehn Prozent aller Paare leidet unter unfreiwilliger Kinderlosigkeit.

Die von Edwards entwickelte Methode ist die sogenannte In-Vitro-Fertilisation (IVF). In einem Reagenzglas werden die reifen Eizellen einer mit Hormonen behandelten Frau und die Spermien zusammengeführt. Nach zwei oder drei Tagen können die befruchteten Zellen der Frau wieder eingepflanzt werden.

Edwards hatte bereits in den 1950er-Jahren die ersten Entdeckungen auf dem Gebiet der künstlichen Befruchtung gemacht. Später verfeinerte er die Befruchtung im Reagenzglas. Den Durchbruch seiner Forschung markiert der 25. Juli 1978, als mit Louise Brown das erste Baby nach einer IVF geboren wurde.

Inzwischen wird die von Edwards entwickelte Technik weltweit angewendet. Bis heute wurden etwa vier Millionen Kinder nach einer künstlichen Befruchtung geboren. Die IVF-Behandlung gilt als weitgehend komplikationsfrei. Außerdem ist die Methode relativ effektiv, denn immerhin führt die Behandlung in 20 bis 30 Prozent aller Fälle zu einer Geburt.

Edwards studierte Biologie an der Universität in Wales und später im schottischen Edinburgh. Nach dem Studium begann er seine Forscherlaufbahn am Londoner National Institute for Medical Research. Ab 1963 arbeitete er in Cambridge an der Bourn Hall Klinik, dem weltweit ersten IVF-Zentrum.

Heute ist der 85-jährige emeritierter Professor der Cambridge Universität. Der von Kollegen als „Vater des Retortenbabys” bezeichnete Edwards zeigte sich über die noble Ehrung „höchst erfreut”, wie seine Frau mitteilte. Der 85-jährige ist derzeit krank und konnte die Auszeichnung nicht selbst kommentieren. Ob er der feierlichen Preisverleihung am 10. Dezember in Stockholm beiwohnen kann, ist noch nicht klar.

Seite 1:

Medizin-Nobelpreis für Erfinder der Befruchtung im Reagenzglas

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%