Chirurgen befreien eingeklemmten Nerv
Kleiner Eingriff macht Halswirbel wieder mobil

Bandscheibenvorfälle verursachen Schmerzen und können sogar zu Lähmungserscheinungen führen. Mediziner der Ruhr-Universität Bochum haben jetzt gezeigt, dass nicht immer die ganze Bandscheibe entfernt werden muss.

hsn DÜSSELDORF. Bandscheibenvorfälle oder knöcherne Veränderungen an der Halswirbelsäule verursachen Schmerzen im Nacken, Kribbeln bis in die Hände – und können sogar zu Lähmungserscheinungen führen. Wenn eine Schmerztherapie nicht hilft, muss operiert werden. Mediziner der Ruhr-Universität Bochum haben gezeigt, dass nicht gleich die ganze Bandscheibe entfernt werden muss, sondern Patienten auch mit einem schonenderen Eingriff geholfen werden kann.

Die Bochumer setzen auf ein Bandscheiben erhaltendes Verfahren. Der Operateur bohrt von der Seite des betroffenen Wirbelkörpers aus ein Loch bis zu der Stelle an der die Nerven austreten. Dort entfernt er knöchernes Material oder Bandscheibenstücke, die den Nerv einengen. Die Bandscheibe selbst bleibt funktionstüchtig.

Bei herkömmlichen Operationsmethoden wird meistens die betroffene Bandscheibe ganz entfernt. An ihre Stelle setzt man einen starren Platzhalter, der mit der Zeit mit den beiden benachbarten Wirbel fest verwächst. Zwar bemerkt der Patient die Bewegungseinschränkung selbst nicht. Aber die Bandscheiben darüber und darunter werden dadurch umso mehr beansprucht, so dass sie schneller verschleißen und oft später ebenfalls Probleme machen.

Alternativ werden Bandscheibenprothesen eingesetzt, die anstelle der eigenen Bandscheibe zwischen die Wirbel implantiert werden und deren Funktion übernehmen. Auch bei den Prothesen kann es passieren, dass die betroffenen Wirbel zusammenwachsen.

Die Bochumer Mediziner haben das neue Operationsverfahren erstmals 2003 eingesetzt und seit dem knapp 200 Patienten behandelt. Die Ergebnisse seien viel versprechend, schreiben die Mediziner in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins der Bochumer Uni: „Die Beschwerden verschwinden meist sofort, die Halswirbelsäule bleibt stabil und die Bandscheibe funktionstüchtig.“

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