Darmkeim
Erste EHEC-Spur in Frankfurter Kantinen

Der EHEC-Keim weitet sich aus, doch es gibt eine erste Spur zu dem Erreger: Die Kantine einer Unternehmensberatung in Frankfurt wurde aus Norddeutschland beliefert. In Hamburg stieg die Zahl der Fälle erneut.
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Berlin/Hamburg

Der lebensgefährliche EHEC-Erreger hat in Deutschland wahrscheinlich bereits drei Frauen getötet. Eine 83-jährige Frau starb nachweislich durch die Infektion. Zwei weitere litten ebenfalls vor ihrem Tod an Durchfall. Ob sie den gefährlichen Erreger in sich trugen, ist noch unbestätigt. Alle drei Frauen erkrankten in Norddeutschland.

Licht ins Dunkel könnte jedoch eine ungewöhnliche Häufung von Fällen in Frankfurt bringen. 19 EHEC-Betroffene hatten dort in den Kantinen einer Unternehmensberatung gegessen. Schuld sei wahrscheinlich eine belastete Lebensmittellieferung. Am Montag hatte das Frankfurter Gesundheitsamt zwei Kantinen vonPricewaterhouse-Coopers geschlossen, weil 60 Mitarbeiter an Durchfall litten.

Salatbars möglicherweise Quelle

Als Quelle für den aggressiven Darmkeim gehen einige Experten derzeit von vorportionierten Salaten aus. "Im Moment sieht es so aus, als wenn Salatbars, also vorbereitete Salatteile eine Rolle spielen", sagte die ärztliche Leiterin des Großlabors Medilys der Asklepios-Kliniken in Hamburg, Susanne Huggett, am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. "Es wird aber mit Hochdruck daran gearbeitet."

Über 200 EHEC-Erkrankte in Hamburg

Die Zahl der EHEC-Erkrankungen in Hamburg ist bis Mittwochvormittag auf mehr als 200 angewachsen. 59 Menschen liegen in Hamburger Kliniken wegen des Hämolytisch-Urämisches-Syndroms (HUS) oder des Verdachts darauf, teilte die Gesundheitsbehörde weiter mit. Das sind 17 Patienten mehr als am Dienstag. HUS ist eine schwere Komplikation der Durchfall-Erkrankung und kann zu schweren Nierenschäden führen. Die betroffenen Patienten sind zwischen neun und 77 Jahre alt, 43 HUS-Patienten sind Frauen.

Mittlerweile gibt es auch in immer mehr südlich gelegenen Bundesländern bestätigte Erkrankungen und Verdachtsfälle. Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" sind auch in Leipzig EHEC-Verdachtsfälle registriert worden. Diese sollen aber nicht unbedingt in Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch stehen.

Das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) geht von weiteren Erkrankungen in Deutschland aus. "Wir müssen auch klar sagen, dass wir mit Todesfällen rechnen müssen", sagte RKI-Präsident Reinhard Burger am Dienstag in Berlin. Die Infektionsquelle sei weiter unklar.

Die Zahlen sind seit Mitte Mai sprunghaft angestiegen. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, dass es bislang mehr als 460 bestätigte EHEC-Erkrankungen und Verdachtsfälle gibt.

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