Das digitale Stethoskop
Der Lunge beim Atmen zugeschaut

Eine Art digitales Stethoskop könnte künftig die Diagnose von Lungenkrankheiten verbessern. Eine spezielle Software soll die visualisierten Atemgeräusche wesentlich genauer analysieren, als dies mit einem herkömmlichen Stethoskop möglich ist. Die Bilder der atmenden Lunge können in einzelnen Fällen sogar eine Röntgenaufnahme ersetzen.

BERLIN. Das von der israelischen Firma Deep Breeze auf den Markt gebrachte Gerät nimmt mit hoch empfindlichen Mikrofonen die Lungengeräusche des Patienten auf, analysiert ihre Intensität und Verteilung und stellt die Ergebnisse in Bildsequenzen auf dem Bildschirm dar. Die visualisierten Atemgeräusche machen Belüftung, Funktion und Form der Lunge sichtbar. Das soll die Diagnose und Verlaufskontrolle bei Lungenerkrankungen und nach Operationen erleichtern. Nach Meinung von Experten kann das neue, auch "Vibration Response Imaging" (VRI) genannte Verfahren in einigen Fällen sogar eine Alternative zum Röntgen sein.

Für die Untersuchung werden 42 Mikrofone auf dem Rücken des Patienten angebracht. Die Mikrofone sind in gleichmäßigen Abständen an Kabeln aufgereiht und saugen sich mit einem leichten Vakuum an der Haut fest. Die große Zahl von Mikrofonen ermöglicht es, die Atemgeräusche in beiden Lungenflügeln aufzunehmen. Insgesamt dauert eine Aufnahme etwa zwölf Sekunden, was im Durchschnitt drei bis vier Atemzyklen entspricht.

Aus den Daten der rund 80 Momentaufnahmen rekonstruiert eine speziell entwickelte Software die räumliche und zeitliche Verteilung der Geräusche und stellt ihre Intensität in Graustufen dar. Besondere Lungengeräusche, wie sie für Asthma oder Entzündungen typisch sind, werden an den Stellen, an denen sie entstehen, durch farbige Punkte hervorgehoben. Aus der Sequenz der errechneten Bilder ergibt sich eine Art Film, in dem die atmende Lunge sichtbar wird.

Auf diese Weise lassen sich die Lungengeräusche nach Meinung von Experten wesentlich genauer analysieren als durch das gewöhnliche Abhören mit einem Stethoskop. "Die Ergebnisse der Untersuchung lassen sich speichern und teilweise quantifizieren", nennt Torsten Born, Lungenspezialist am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, einen Vorteil der neuen Technik. So werde das Untersuchungsergebnis für andere Ärzte besser nachvollziehbar.

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