Das Fast-Track-Konzept erzielt bessere OP-Ergebnisse und senkt die Behandlungskosten
Nach der Operation schneller nach Hause

Mit einem neuen Behandlungskonzept, das seit Anfang des Jahres an der Berliner Charité erprobt wird, sind Patienten selbst nach einer größeren Bauch-Operation so schnell wieder fit, dass sie bereits drei Tage später nach Hause können.

DÜSSELDORF. Das so genannte Fast- Track-Konzept, das auch auf andere Operationen übertragbar ist, sorgt dafür, dass der Patient durch eine gezielte Schmerztherapie schon kurz nach dem Eingriff wieder auf die Beine kommt. Die ersten Erfahrungen mit dem Konzept in Deutschland zeigen ermutigende Resultate.

Der Fast-Track-Plan beginnt schon vor dem Krankenhausaufenthalt mit der Untersuchung möglicher Risikofaktoren und Begleiterkrankungen und der umfassenden Information der Patienten. „Auf ihn kommt es an. Er muss mitmachen“, sagt Wolfgang Schwenk, Professor an der Universitätsklinik für Chirurgie der Charité. Nur wenn das Immunsystem positiv reagiert, wird der Patient schneller gesund.

Bei der Narkose setzen die Mediziner auf schonende Medikamente, um Übelkeit und Erbrechen nach dem Aufwachen zu verhindern und wenden Schnitt-Techniken an, die möglichst wenig Schmerzen nach der Operation verursachen. Zentraler Baustein aber ist die Schmerzbehandlung. Unverzichtbar sei eine zusätzliche örtliche Betäubung schon während des Eingriffs über einen Periduralkatheter, durch den Betäubungsmittel in die Nähe des Rückenmarks geleitet werden. Diesen Katheter behalten die Patienten nach dem Eingriff noch zwei Tage.

Die örtliche Betäubung verhindert während des Eingriffs Stressreaktionen im Körper, die die Heilung verzögern können. Nach der Operation lindert sie zusätzlich den Wundschmerz. Das sei nicht nur angenehmer für den Patienten, sondern senke auch nachweislich die Häufigkeit von Komplikationen, erläutert Schwenk. Lungenentzündungen kommen weit seltener vor, denn wer schmerzfrei ist, kann durchatmen und seine Lungen gut belüften: „Keime haben keine Chance“, sagt der Chirurg.

Die Betäubung hilft auch, schnell wieder mobil zu werden: Bereits am ersten Tag nach der OP geht es zum Laufen auf den Flur, der Patient kann sitzen. Tagelang aufs Essen zu verzichten, ist ebenfalls Vergangenheit: Schonkost gibt es schon am Tag der Operation, am Tag darauf normale Kost. Am zweiten Tag nach der Operation geht es in den Garten und über Treppen – der Katheter kann entfernt werden. Ein bis drei Tage später können die meisten Patienten nach Hause.

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